Bio-Lebensmittel erzielten laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) 2025 in Deutschland einen Umsatz von 18,23 Milliarden Euro – ein Anstieg um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dagegen wuchs die Ökolandbau-Fläche im gleichen Zeitraum lediglich um 1,1 Prozent.
Damit liegt der Bio-Anteil an der gesamten Agrarfläche in Deutschland aktuell bei 11,7 Prozent, jeder siebte Hof in Deutschland wirtschaftet demnach ökologisch. Vom angestrebten 30 Prozent-Ziel bis 2030, zu dem sich Landwirtschaftsminister Alois Rainer erst jüngst wieder bekannt hat, ist Deutschland also noch ein gutes Stück entfernt.
"Vertane Chance für Deutschland“
Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) erklärte zum Auftakt der Biofach in Nürnberg: „Das zweite Jahr in Folge sorgt Bio für deutliches Wachstum und ist damit Leuchtturm im deutschen Lebensmittelmarkt“.
Die heimische Erzeugung komme mit der Nachfrage allerdings nicht mit, die Anzahl der umstellenden Betriebe bliebe hinter dem, was gebraucht würde, zurück. Handel und Herstellung müssten Bio zunehmend aus dem Ausland importieren. „Das ist eine vertane Chance für Deutschland“, so Andres. Sie forderte die Politik in Bund, Ländern und Kommunen auf, die Bio-Strategie gemeinsam umzusetzen.
Bio-Landbau weltweit stagniert
Die AMI-Daten, die Diana Schaack in Nürnberg vorstellte, zeigen, dass noch nicht einmal die Erzeugung der gängigsten Gemüsearten ausreicht, um den Bedarf in Deutschland zu decken. Rund 40 Prozent der Bio-Möhren und 25 Prozent der Bio-Zwiebeln mussten im Jahr 2024 importiert werden. Und besonders bei der Tierhaltung fehlten ökologische Betriebe: Rund ein Drittel des Bio-Schweinefleischs stammte 2024 aus Nachbarländern.
Laut Dr. Helga Willer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in der Schweiz ist 2024 der Bio-Landbau weltweit stabil geblieben, aber im Durchschnitt auch nicht weiter angewachsen. Am stärksten legten Öko-Betriebe in den USA zu – derzeit auch vor Deutschland und China der größte Bio-Markt weltweit. Dagegen ging die Fläche in Ländern wie der Ukraine und der Türkei zurück. Den höchsten Bio-Anteil in der Landwirtschaft verzeichnete Österreich mit 27,2 Prozent, der größte Bio-Exporteur ist Mexiko, das vor allem die USA mit ökologisch erzeugten Produkten beliefert.
So resümierte Marco Schlüter, Vize-Präsident von IFOAM Organics International: „Bio ist eine globale Bewegung, nicht nur eine Nische“. Die Konsumenten auf der ganzen Welt wollten Bio, deshalb müsse die Politik – vor allem auch in der EU – die Rahmenbedingungen für eine Umstellung von Betrieben attraktiver gestalten und die Auflagen für Bio-Landwirte reduzieren.
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