Biohandel

Erfolgreich mit Bio handeln.

BioHandel Praxis-Guide: Teil 3

Leitfaden für ein profitables Bio-Sortiment

Ein gut aufgebautes Bio-Sortiment ist ein zentraler Erfolgsfaktor und stärkt Umsatz und Kundenbindung im LEH. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Bio-Angebot strategisch planen.

Im dritten Teil des BioHandel Praxis-Guides erfahren Sie, wie Sie ein professionelles und gut strukturiertes Bio-Sortiment planen und Bio-Produkte erfolgreich etablieren. Ein sinnvoller Sortimentsaufbau beginnt mit Kategorien, die Kunden und Kundinnen bereits mit Bio-Produkten verbinden und die eine hohe Kauffrequenz aufweisen. 

Die wichtigsten Warengruppen für den Bio-Einstieg

Diese Warengruppen eignen sich besonders gut für den Einstieg ins Bio-Sortiment:

  • Obst & Gemüse
    Obst und Gemüse bilden das sichtbare Zentrum eines jeden Bio-Sortiments. Starten Sie mit Bio-Kartoffeln, -Möhren und -Äpfeln – Artikeln, die im Preis nah an konventioneller Ware liegen und ergänzen Sie saisonale und regionale Bio-Produkte. Eine klare „Bio aus der Region“-Kommunikation schafft Vertrauen und steigert die Kaufbereitschaft.
  • Trockensortiment
    Das Bio-Trockensortiment überzeugt im Vergleich zur Frische durch längere Haltbarkeit und konstante Qualität. Bio-Müsli, Bio-Cerealien, Bio-Nudeln, Bio-Reis und Bio-Konserven wie Tomatenpassata gehören zu den typischen Bio-Einstiegsprodukten. Die Kategorie wächst dynamisch: Zuletzt verzeichnete sie ein Plus von über 10 Prozent – deutlich stärker als frische Bio-Produkte.
  • Molkereiprodukte
    Molkereiprodukte ergänzen das Basis-Sortiment. Bio-Milch und -Joghurt zählen zu den am häufigsten gekauften Bio-Artikeln. Produkte wie Bio-Butter, -Käse und vor allem -Eier erreichen bereits beachtliche Marktanteile. Laut BÖLW beträgt der Bio-Anteil bei Eiern mittlerweile 14 Prozent.
    Praxistipp: Beginnen Sie je Warengruppe mit 15–20 gezielt ausgewählten Bio-Produkten. So schaffen Sie eine gut sichtbare Auswahl ohne unnötige Investitionen. Ideen liefert die monatliche „Neuheiten“-Rubrik der BioHandel-Redaktion, in der besonders vielversprechende Produkte vorgestellt werden.

Diese 20 Artikel gehören ins Basis-Bio-Sortiment:
Obst & Gemüse: Kartoffeln, Möhren, Äpfel, Zwiebeln
Trockenprodukte: Vollkornmehl, Haferflocken, Vollkornnudeln, Naturreis, Tomatenpassata
Molkerei: Vollmilch, Naturjoghurt, Butter, Eier
Getränke: Orangensaft, Apfelsaft
Aufstriche: Honig, Marmelade
Snacks: Studentenfutter, Kartoffelchips, Schokolade
Praxistipp: Diese Liste eignet sich als Basis für Ihre erste Bio-Werbekampagne im LEH.

Sortimentsbreite und -tiefe richtig gestalten

Ein ausgewogenes Bio-Sortiment erleichtert Ihrer Kundschaft die Orientierung und unterstützt eine wirtschaftliche Warensteuerung. Zu empfehlen ist folgende Verteilung im Sortiment:
•  Basis-Bio (60 Prozent): Preiswerte Produkte für den täglichen Bedarf
•  Premium-Bio (30 Prozent): Verbandsware und hochwertige Spezialitäten
•  Test-Bio (10 Prozent): Neuheiten, Innovationen und Trendprodukte
Praxistipp: Ergänzen Sie Ihr Bio-Sortiment quartalsweise um neue Produkte, um es aktuell und attraktiv zu halten.

Preiskonzepte sinnvoll umsetzen

Eine durchdachte Preisstrategie ist entscheidend, um Bio-Produkte erfolgreich zu verkaufen. So kalkulieren Sie Preise:

Einstiegspreise
•    Maximal 30 Prozent über konventioneller Ware
•    Deutlich erkennbare Preisvorteile
•    Faire und nachvollziehbare Preisstellung
Premium-Segment
•    Höhere Preise sind durch besondere Qualität gerechtfertigt
•    Herkunft und nachhaltige Erzeugung klar hervorheben
•    Premium-Produkte ermöglichen stärkere Margen
Praxistipp: Kalkulieren Sie Basis-Bio-Produkte knapp, um die Einstiegshürde für Kundinnen und Kunden niedrig zu halten.

Lesen Sie auch die ersten Teile des BioHandel Praxis-Guides:

BioHandel Praxis-Guide: Teil 2

Wie Sie Ihr Bio-Sortiment im LEH rechtssicher gestalten

Wer Bio anbietet, muss sich an gesetzliche Vorgaben halten. Hier erfahren Sie, was Sie beachten müssen bei Kennzeichnung, Dokumentation und Werbung.

Diese Fehler gilt es zu vermeiden

Zu breites Sortiment
- Überforderung der Kund:innen
- Hohe Kapitalbindung
- Abschriften durch Überbestände
Falsche Preispolitik
- Zu hohe Einstiegspreise
- Keine klare Preisstruktur
- Unzureichende Margenkalkulation
Ungünstige Platzierung
- Bio-Produkte stehen zu versteckt
- Fehlende Kennzeichnung
- Keine zusätzlichen Zweitplatzierungen
Praxistipp: Überwachen Sie monatlich die Umsätze Ihres Bio-Sortiments und nehmen Sie gezielte Anpassungen vor.

Für mehr Bio-Erfolg im Handel!

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