In einer Studie haben Marktforscher von Nielsen (NIQ) eine Segmentierung des Bio-Käuferverhaltens vorgenommen. Basis sind Einkaufsdaten und Befragungen im Homescan-Panel. BioHandel hat den Experten für Bio-Produkte bei NIQ, Thomas Montiel Castro, gefragt, welche Käufertypen für den Bio-Boom in Drogeriemärkten verantwortlich sind.
Er sieht die „Bio-Überzeugten“ als attraktive Kundengruppe für Drogeriemärkte: Marktforscher Thomas Montiel Castro, Director Strategic Insights Consumer Panel NIQ Germany
BioHandel: Herr Montiel Castro, warum sind Drogeriemärkte so erfolgreich beim Verkauf von Bio-Produkten?
Thomas Montiel Castro: Drogeriemärkte wachsen derzeit besonders stark, weil sie ihr Sortiment deutlich ausgeweitet haben. Wir sehen, dass die Käuferbasis für Bio-Lebensmittel in Drogeriemärkten im gleichen Maße zunimmt wie das Angebot selbst.
Welche der in Ihrer Studie herangezogenen Käufertypen sorgt für hohe Bio-Kundenfrequenz in Drogeriemärkten?
Der größte Umsatzanteil in Drogeriemärkten – 43 Prozent im Vergleich zu 29 Prozent im Gesamtmarkt – entfällt auf die sogenannten „Trockenproduktekäufer“. Diese Kundengruppe geht ohnehin gerne in Drogeriemärkte und legt Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und vertrauenswürdige Qualität – also nicht nach dem Motto „Hauptsache günstig“.
Ist diese Kundengruppe auch für das starke Wachstum verantwortlich?
Das stärkste Ausgabenwachstum im Drogeriemarkt beobachten wir bei den „Bio-Überzeugten“: Menschen, die aus Überzeugung so viel wie möglich in Bio-Qualität kaufen und dabei höchste Qualitätsmaßstäbe anlegen. Diese Gruppe gilt eigentlich als Kernzielgruppe des Bio-Fachhandels, greift aber zunehmend auch im Drogeriemarkt zu – dank des stetig wachsenden Bio-Sortiments.
Was könnte der Bio-Fachhandel tun, um stärker am wachsenden Absatz von Bio-Lebensmitteln teilzuhaben?
Für den Bio-Fachhandel gilt – wie für alle Kanäle –, dass es entscheidend ist, die sogenannten "Trigger-Kategorien" zu verstehen. Das sind Warengruppen, die maßgeblich die Wahl des Einkaufsortes bestimmen. Im Fachhandel sind das eindeutig die Frischekategorien, allen voran Obst und Gemüse. Hier muss der Kanal seine Differenzierung gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel klar herausstellen – etwa durch gezielte Kommunikation oder auch Aufklärung über die Vorteile.
Wie stehen die Chancen in den übrigen Kategorien?
In den übrigen Kategorien steht der Fachhandel in direkter Konkurrenz zu anderen Formaten. Wichtig ist hier einerseits, durch große Produktvielfalt zu punkten. Denn die „Bio-Überzeugten“ würden gerne noch mehr Bio-Produkte kaufen, bemängeln aber, dass bestimmte Artikel in Bio-Qualität gar nicht erhältlich sind. Andererseits spielt auch im Fachhandel ein attraktives, wahrgenommenes Preis-Leistungs-Verhältnis eine Rolle, damit die Zielgruppe nicht zu klein bleibt.
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