24 namhafte Lebensmittelhersteller wollen gemeinsam mit dem Mehrweg-Systemanbieter Dotch von Einwegglas auf ein standardisiertes glasbasiertes Mehrwegsystem umzustellen. Zu den teilnehmenden Herstellern gehören unter anderem Carl Kühne, Feinkost Dittmann und Bio Planète.
„Nachdem unser Mehrweg-Ansatz bei Ölen flächendeckend in Deutschland und Österreich funktioniert, haben wir gemeinsam mit vielen Herstellern eine Mehrwegglas-Serie für weitere Kategorien wie Obst- und Gemüsekonserven, Saucen und Marmeladen entwickelt“, sagt Veronika Pfender, Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin von Dotch. Das Dotch-System sei bei Ölen bereits im Bio-Fachhandel sowie im Großhandel mit insgesamt 1.800 angebundenen Filialen in Deutschland und Österreich im Einsatz.
Grund für den Umstellungswunsch der Produzenten von Obst- und Gemüsekonserven, Speiseölen, Senf und Saucen sei der deutlich steigende CO₂-Industriepreis für Einwegglas, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Dotch und der Herstellerallianz „Glas kann mehr Weg“. Prognosen zufolge könnte er demnach bis 2030 auf rund 147 Euro pro Tonne CO₂ steigen.
Auch steigende Lizenzkosten, insbesondere für Glasverpackungen, erhöhen den Druck auf Einweglösungen. Hinzu kommen regulatorische Entwicklungen auf EU-Ebene, etwa im Rahmen der EU-Verpackungsverordnung. „Dadurch gewinnen Mehrwegsysteme an Attraktivität und Relevanz“, teilt die Herstellerallianz mit.
Die teilnehmenden Unternehmen im Überblick:
- Hersteller aus den Bereichen Obst- und Gemüsekonserven, Senf und Saucen:
Carl Kühne, Feinkost Dittmann, Werder Feinkost, Andros, Develey, Alfred Paulsen und Marschland, Bauck Mühle
- Teilnehmende Hersteller aus dem Bereich Speiseöle, Essige und Sirup:
Bio Planète, Allgäuer Ölmühle, Teutoburger Ölmühle, VFI, Mani Bläuel, Brändle, Brökelmann, Monin, Il Cesto, Dreher, Jordan, Lamotte, Unser Land, Wasgau Ölmühle, Kappelbauer Ölmühle, Teikei
Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Umwelthilfe und des Mehrwegverbands Deutschland könnten allein bei vorverpackten Lebensmitteln wie Öl, Essig sowie Obst- und Gemüsekonserven jährlich bis zu 710.000 Tonnen Verpackungsabfall und 409.000 Tonnen CO₂ durch Mehrweglösungen eingespart werden.
„Mehrweg schafft für uns in Zeiten unterbrochener Lieferketten, steigender Energie und Rohstoffpreise (...) mehr Planungssicherheit und Stabilität bei Verpackungen“, sagt Timm Reichold, Mitgesellschafter und Geschäftsführer von Feinkost Dittmann.
Judith Faller-Moog, Gründerin und Inhaberin, Ölmühle Moog mit der Marke Bio Planète, hat bereits im Jahr 2023 auf Mehrweg-Flaschen umgestellt. Sie sagt: „Wir sind überzeugt, dass Kreislaufwirtschaft die Zukunft des Wirtschaftens ist. Mehrweg spart Energie, schont Ressourcen und reduziert den CO₂-Ausstoß gegenüber Einwegflaschen um bis zu 50 Prozent. Wer Zukunft ernst meint, kommt an Mehrweg nicht vorbei.“
Das von Dotch gemanagte Mehrwegsystem basiert nach eigenen Angaben aktuell auf sechs standardisierten, wiederverwendbaren Glasgebinden, die sich in bestehende Prozesse im Handel und bei den Herstellern integrieren lassen. Der Ansatz sei als Full-Service-Modell angelegt: Von der Bereitstellung der Gebinde über Logistik und Reinigung bis hin zur Rückführung organisiert Dotch den gesamten Kreislauf, was es dem Handel einfacher machen soll, weitere Mehrweg-Produkte zu listen.
Laut Dotch kann jede der gewichtsoptimierten Glas-Mehrwegflaschen bis zu 50 Mal wiederverwendet werden. Die Verbrauchenden zahlen 50 Cent Pfand pro Flasche und können diese an den üblichen Pfandautomaten für Getränkeflaschen zurückgeben. Bei Produkten in Schraubgläsern beträgt das Pfand 25 Cent.
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