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Bio-Tomaten knapp: Erzeuger fordern Planungssicherheit

Geringe Erntemengen

Die Nachfrage nach Bio-Tomaten trifft derzeit auf ein knappes Angebot. Der Erzeugerverband Bio Frucht Gemüseproduzenten bemängelt ein strukturelles Problem: Deutschland sei stark von Importen abhängig. Heimische Betriebe könnten ihre Kapazitäten erweitern, benötigen dafür aber mehr Planungssicherheit.

Der deutsche Bio-Markt wächst, doch bei Bio-Tomaten ist das Angebot derzeit knapp. Rudolf Dworschak, Vorstandsvorsitzender des Erzeugerverbandes Bio Fruchtgemüse Produzenten, sagt: „Unsere Bio-Gewächshäuser sind aktuell komplett leergekauft. Was wir produzieren, wird vom Markt unmittelbar aufgenommen.“ 

Zur aktuellen Bio-Tomatensaison berichtet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) von geringeren Erntemengen und einer lebhaften Nachfrage. 

Abhängigkeit durch hohen Importanteil

Die hohe Abhängigkeit von Importen verschärfe die Situation, heißt es in einer Pressemitteilung. Laut der letzten detaillierten AMI-Warenstromanalyse, aus der in der Pressemitteilung zitiert wird, stammen rund 88 Prozent der in Deutschland vermarkteten Bio-Tomaten aus dem Ausland. Die deutsche Bio-Tomatenproduktion belief sich 2025 auf 19.563 Tonnen.

Aus Sicht des Verbandes Bio Fruchtgemüse Produzenten macht diese Abhängigkeit den Markt anfällig. Beeinträchtigten etwa Hitze und andere Wetterereignisse die Ernten in Südeuropa, fehlten entsprechende Mengen auf dem europäischen Markt. „Gerade dann zeigt sich der Wert einer leistungsfähigen regionalen Produktion“, betont Rudolf Dworschak.

Moderne Gewächshäuser gewährleisten Lieferfähigkeit

Regionale Gemüseerzeuger könnten ihre Flächen erweitern, fordern aber Planungssicherheit.

Nach Angaben des Verbands stehen bei deutschen Bio-Erzeugern Projekte zur Erweiterung der Anbauflächen für Bio-Früchte und -Gemüse bereit. Ihre Umsetzung werde jedoch durch steigende Produktions- und Investitionskosten sowie den Preisdruck durch Importware erschwert.

Der Erzeugerverband verweist auf die nachfrageschwächeren Jahre 2023 und 2024. Damals hätten Mitgliedsbetriebe Tomaten und Gurken vernichten müssen, weil sie durch günstigere Importware aus dem Markt gedrängt worden seien. 

Der Verband argumentiert, dass moderne deutsche Gewächshäuser auch bei schwierigen Wetterbedingungen eine hohe Lieferfähigkeit gewährleisten könnten und Ertragsschwankungen bei Extremwetter dort deutlich moderater ausfielen. Voraussetzung für weitere Investitionen sei jedoch die Sicherheit, die erzeugte Ware auch in Jahren mit guter Importversorgung vollständig und zu angemessenen Preisen absetzen zu können.

Importe zu ersetzen, sei ausdrücklich nicht das Ziel. Der Verband erkennt an, dass der Handel Importware zur Stabilisierung der Verbraucherpreise benötigt. Stattdessen solle der regionale Anteil am Bio-Fruchtgemüse schrittweise steigen.

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Der Erzeugerverband Bio Fruchtgemüse Produzenten fordert eine engere und verbindlichere Zusammenarbeit zwischen Handel und Erzeugern. 

Als mögliche Instrumente nennt der Verband ernst gemeinte Mengenvereinbarungen, Abnahmezusagen und ausgewogene Preisstrukturen. Damit sollen die Risiken zwischen beiden Seiten fairer verteilt und die Planungssicherheit für die heimische Produktion erhöht werden.

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