Crunchy ist gefragt – kein Wunder, kommen Knuspermüslis doch dem Wunsch nach einem energie- und ballaststoffreichen Frühstück ebenso entgegen wie der Lust auf überraschende Knuspertexturen.
„Ihr Umsatzplus von 4,4 Prozent würden sich viele Sortimente gerade wünschen“, stellt hier Fabian Ganz von Biovista Marktforschung fest. Von April 25 bis März 26 lag der durchschnittliche Umsatz der Kategorie je Bio-Laden und Monat danach bei 442 Euro – mit rund 90 verkauften Packungen monatlich. Von Anbieterseite her vermeldet zum Beispiel die Bohlsener Mühle für das vergangene Jahr sogar ein Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Bereich.
Welche Knuspermüsli-Sorten besonders gefragt sind
Die Biovista-Bilanz zeigt zugleich, dass es kaum saisonale Spitzen gibt. Eine solche gleichbleibende Nachfrage erleichtere die Umsatz- und Bestellplanung, sagt Ganz. Generell zeigt sich, dass Verbraucher bei Frühstückscerealien einerseits Vertrautes suchen, sich aber andererseits gern spontan von innovativen oder funktionalen Knuspermüslis ansprechen lassen. Bio-Läden können dem mit einem breiten und tiefen Angebot an Marken und Sorten entgegenkommen.
Anbieter sind reine Cerealien-Hersteller wie Barnhouse oder Turtle, breiter aufgestellte Marken wie Bohlsener- und Antersdorfer Mühle oder Spezialisten für Glutenfreies wie Hammermühle und Bauck, ebenso wie Handelsmarken oder Müslimanufakturen. Entsprechend differenziert gestaltet sich die Preisspanne. Dagegen ist die Zielgruppenansprache doch überwiegend locker und modern – gut, um auch neue Zielgruppen anzusprechen.
Bei den Krunchys von Marktführer Barnhouse entwickeln sich laut Marketingleiter Andreas Bentlage die Sorten Low Sugar / weniger Zucker, High Protein und Chocolate Chunks besonders dynamisch. Sie brächten attraktive USPs mit und stünden für aktuelle Nachfragetrends. „Es bietet sich an, solche Sorten im Markenblock in den Blickfokus zu stellen“, sagt er mit Blick auf die Regalgestaltung. „Wenn möglich mit einer Zweitplatzierung, also zum Beispiel „High Protein“ zusätzlich in einem eventuellen Proteinoder Sport-Regal“. Interessant für den Abverkauf seien außerdem Displayplatzierungen bei Aktionen oder Neulistungen. Barnhouse gehört dabei zu den Herstellern, die kostenlose Sets für stille Verkostungen und manchmal Gratispäckchen zur Verfügung stellen.
Praxistipps für Platzierung und Verkauf
Anita Gromotka
Marktleitung bei Frisch & Fein, Landshut (600 qm)
Crunchy-Produkte sind bei uns das ganze Jahr über gut vertreten, derzeit von fünf Herstellern. Dass allein Barnhouse sechs Regalmeter bei den Frühstückscerealien füllt, liegt zum einen am breiten Sortiment. Zum andern ist der Firmensitz nicht weit von hier entfernt. Barnhouse verarbeitet ausschließlich Hafer und Dinkel aus unserer Region und wir haben daher über Tagwerk und die Erzeuger einen engen Kontakt.
Bei der Platzierung setzen wir beim Knusper-Sortiment auf Markenblocks. Neuheiten stellen wir außerdem immer gern auf Aktionsplätzen vor, wo sich Kundinnen und Kunden gegebenenfalls über Schütten eine kleine Kostprobe auf die Hand geben können. Teilweise versorgen uns die Hersteller auch mit Probepäckchen, die wir dann im Kassenbereich weitergeben.
Eine klare Zielgruppe lässt sich nicht erkennen: Gekauft werden die Produkte häufig von Familien, aber auch andere greifen gern zu.
Crunchys vielseitig präsentieren
Unabhängig davon greifen die Bio-Hersteller noch andere Frühstückstrends auf, ob vollkornbasiert und nährstoffreich oder genussvoll und alltagstauglich. Das sieht man etwa bei der Bohlsener Mühle: Puristen finden mit den 100 %-Crunchy-Sorten auf das Wesentliche reduzierte Rezepturen, während die Serie ‚Mein Crunchy‘ mehr die Genussmenschen im Blick hat. „Unsere Bio-Crunchys passen morgens beim Frühstück, unterwegs als Snack oder als kreatives Topping auf Joghurt oder Früchten“, nennt Marketingleiter Finn Naujoks die vielseitige Verwendung als ein weiteres Verkaufsargument.
Sabine Bias, Brand Manager Rosengarten, schlägt vor, Crunchy-Müsli für fruchtige Kombinationsideen auch mal in der Nähe von saisonalem Obst zu präsentieren.
Manche Hersteller, etwa Bauck, machen auf den Packungen oder im Internet zusätzlich Rezeptvorschläge. Ebenso wie die Hammermühle verweist der Anbieter zudem darauf, dass sich seine Crunchys durch ihre Glutenfreiheit von anderen Knuspermüslis abheben und durch eine gut sichtbare Platzierung daher zum Kauf animieren würden. Zudem rechtfertige die hohe Qualität und Beliebtheit Daniel Bieling von Bauck zufolge einen prominenten Platz auf Augenhöhe.
Knusprig!
Knuspermüsli: Zutaten und Herstellung
Knupermüslis entstehen, indem Getreide- oder andere Vollkornflocken mit Zucker und etwas Fett goldbraun gebacken werden. Die gebildeten unregelmäßigen Cluster sorgen für den knusprigen Biss – ein Crunch, der auch in Milch, Drink oder Joghurt noch eine Zeit lang stabil bleibt. Bei den Flocken verwenden Bio-Hersteller überwiegend Hafer und Dinkel. Teils ergänzen Buchweizen und andere glutenfreie Alternativen oder eiweißreiche Hülsenfrüchte wie Linsen und Soja das Spektrum.
Für die Süße sorgen Rübenzucker und diverse Pflanzensirupe. Honig findet sich dagegen nur vereinzelt. In den Produkten reichen die Zuckergehalte von um die 20 g/100 g bis zum niedrigen einstelligen Bereich bei ungesüßten Crunchys, in denen unter anderem mild süßes Zichorien-Inulin zum Einsatz kommt. Das Fett dient dazu, dass die Textur ohne zu verbrennen angenehm knusprig wird. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es um Sonnenblumenöl, was viele Hersteller mit der Auslobung „palmölfrei“ hervorheben. Wenn aus sensorischen Gründen Bio-Palmöl verwendet wird, dann stets ungehärtet.
Was Bio-Knuspermüsli auszeichnet
Der große Vorteil von Bio-Knuspermüslis liegt im kontrollierten ökologischen Anbau aller pflanzlichen Zutaten – ohne wiederkehrende Duschen mit Glyphosat und anderen Pestiziden, chemisch-synthetischen Düngemitteln und Gentechnik. Das Getreide stammt überwiegend aus Deutschland bzw. Österreich – aus transparenten Lieferketten. Bei einigen Marken handelt es sich sogar um regionale Herkunft. Weiter punkten die Produkte damit, dass die Rezepturen ausschließlich natürliche Zutaten enthalten. Relevant insbesondere bei der Süße, wo weder Zuckeraustauschstoff- noch Süßstoffe eingesetzt werden. Genauso gilt, dass für aromatische Nuancen statt künstlicher Zusatzstoffe beispielsweise echter Vanilleextrakt oder Zimt zum Einsatz kommen.
Typische Kundenfragen zu Knuspermüsli
Sind Bio-Knuspermüslis frei von Acrylamid?
: Acrylamid entsteht beim Erhitzen über 120°C aus Kohlenhydraten beziehungsweise bestimmten Zuckern wie Glucose, Fructose oder Gerstenmalzextrakt und Asparagin- oder manchen anderen Aminosäuren. Den Stoff, der als potenziell krebserregend und erbgutschädigend gilt, könnten insofern auch Bio-Cerealien enthalten. Die Hersteller achten aber darauf, die Risiken zu reduzieren – beispielsweise durch bewusste Auswahl der Zuckerarten, schonende Backtemperaturen und strenge Analysen.
Sind Knuspermüslis immer rein pflanzlich, sprich vegan?
: Die meisten Bio-Knuspermüslis, ob Crunchys oder Granolas, enthalten tatsächlich keinerlei tierische Bestandteile. Vereinzelt gibt es aber auch Produkte, die mit Bienenhonig gesüßt sind. Und in konventionellen Protein-Varianten sind vereinzelt Molkeneiweißisolat oder andere Milcherzeugnisse zu finden.
Seit wann gibt es Crunchys & Co.?
: Vermutet wird, dass die ersten Knuspermüslis in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Amerika erfunden wurden – von einem Sanatoriumsbetreiber namens J. C. Jackson (auf Basis von Vollkornweizenmehl und gehandelt als Granula) und kurz darauf von J. H. Kellog (aus rechtlichen Gründen Granola genannt). Als Pionier für das erste Bio-Knuspermüsli hierzulande gilt Barnhouse aus Bayern, die 1979 mit eben dieser Knusperidee gegründet wurden.
Wie gesund ist Knuspermüsli?
Crunchys fallen trotz der Tendenz zu weniger Zucker generell eher in den Genussbereich. Was die große Auswahl an Bio-Frühstückscerealien aber eint, ist der hohe natürliche Ballaststoffgehalt – als ein wichtiger Vorteil für die Gesundheit und das Sättigungsgefühl. Die hauptsächlich dafür verantwortlichen Vollkornflocken, gegebenenfalls auch Nüsse und Saaten, liefern zugleich wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente.
Sortenvielfalt im Müsliregal
Neben puren Getreide-Crunchys umfasst die Auswahl geschmacklich verfeinerte Sorten. Besonders beliebt sind Schoko-Varianten, etwa mit dunkler Schokolade. Für Aufmerksamkeit sorgt hier eine Neuheit von Barnhouse mit einer Upcycling-Alternative aus Kakaoschalen, Pflanzenbutter und Gerstentreber. Sorten mit Beeren und anderen Früchten sind ebenso gefragt, wobei die Früchte dank Gefriertrocknung noch aromatisch und farbstark sind. Dafür, dass Nussliebhaber zum Zug kommen, sorgen Varianten mit Haselnüssen, Mandeln oder Edelnüssen, Macadamia und Pekannüssen. Dazu kommen Kombinationen oder Trendsorten, wie Coconut Cherry und Choc Seasalt Granola von Wholey. Unabhängig davon bringen schon unterschiedliche Texturen der Zutaten reichlich Abwechslung: Cluster, Flocken und Flakes, Reiscrisps, gepuffte oder gepoppte Saaten, Kokosraspel.
Kommentare
Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.
Bei Detmers Getreide-Vollwertkost GmbH soll es auch sehr leckeres Bio Granola geben! ;)