Biohandel

Erfolgreich mit Bio handeln.

Warenwissen

Bio-Desserts im Überblick

Fertige Desserts aus dem Kühlregal sind gefragt und funktionieren als Mitnahmeprodukt. Welche Sorten laufen, wie sie gut platziert werden und worauf es ankommt.

Die Nachfrage ist da: Auch wenn der durchschnittliche Monatsumsatz im Laden nicht allzu hoch liegt, lohnt sich das Sortiment. Das gilt vor allem für Desserts auf Milchbasis. Laut Zahlen des Marktforschers Biovista setzten die Läden damit zehn Mal mehr um als mit den milchfreien Alternativen. Viele Hersteller brächten neue vegane Desserts auf den Markt, die Nachfrage erreiche aber bei weitem nicht den Absatz mit Desserts auf Milchbasis, so auch die Erfahrung von Großhändler Kornkraft.

Desserts als Mitnahmeprodukt

„Convenience ist auf jeden Fall ein Argument, um die Dessertsparte im Sortiment zu führen“, meint Margit Gomm von Öma. „Die Produkte sind ein typisches Mitnahmeprodukt und sparen dem Verbraucher Zeit.“ Seit fast 25 Jahren vertreibt der Käse-Großhändler italienische Nachspeisen von Rachelli. „Hochwertige Desserts wie Tiramisu und Mousse al Cioccolato werten das Sortiment auf, sprechen neue Kunden an und können bestehende binden“, ist Margit Gomm überzeugt. Panna Cotta, wie es die Molkerei Biedermann anbietet, ist ein weiterer beliebter italienischer Klassiker. Hergestellt mit Schweizer Milch, sei es sehr bekömmlich und cremig, sagt Daniel Knill, Leiter Marketing und Verkauf. 

Das Interesse an luftigschaumigen Schokoladendesserts greift unter anderem Weißenhorner auf. Mit der neuen Mousse au Chocolat Salted Caramel bedient die Molkerei zugleich einen aktuellen Geschmackstrend. Dabei hebt Weißenhorner den hohen Schokoladenanteil und die Bioland-Qualität hervor.

Trends im Bio-Dessertsortiment

Mit dem Schoko-Dessert von Bergerie, in Deutschland von Olga vertrieben, kann der Fachhandel eine Besonderheit anbieten: Laut Cécile Schaller wird die Milch von Bio-Schäfereien nahe der Produktion in einem zum UNESCO Welterbe erklärten Gebiet gesammelt. Eine Spezialität ist auch der Vanille-Schafsjoghurt nach griechischer Art, mit dem Bergerie auf einen Trend eingeht. 

Die Molkerei Berchtesgadener Land stellt ihrerseits den hohen Proteingehalt ihrer Quarkdesserts in den Vordergrund. So liefere ihr Bio-Vanillequark durch den hohen Topfenanteil ganz natürlich die für Muskelaufbau wichtigen Nährstoffe. 

Genauso wichtig für das Sortiment sind traditionelle Nachtische – idealerweise mit Schokolade oder Vanillegeschmack. Neben Weißenhorner ist auch Andechser hier mit zweimal Sahne-Pudding dabei, ergänzt durch einen Schokopudding im nachhaltigen 500 g-Mehrwegglas. Desserts stünden ganz besonders für puren Genuss. Diesen gelte es, an den Verbraucher zu transportieren, sagt Stefanie Schiekofer von Andechser und: „Zeitlich begrenzte, auf der Verpackung kommunizierte Gewinnspiele bieten eine zusätzliche Möglichkeit Probierkontakte zu generieren und Verbraucher und von der Qualität zu überzeugen.“ Mit Puddings, Grießpudding, Milchreis, Grütze und Vanillesauce hat Söbbeke eine vergleichsweise breite Auswahl an Desserts. Am besten läuft der leicht gesüßte Milchreis aus Bio-Weidemilch in Bioland-Qualität.

Platzierungstipps aus der Ladenpraxis

Patricia Plattner Naturkost für Alle! Weil am Rhein (400 qm)

Bei Milch-Desserts haben wir mehrere Marken im Laden, das wechselt immer mal. Platziert sind sie auf Augenhöhe im Kühlregal. Direkt daneben bieten wir vegane Alternativen an, damit alle Kunden etwas für sich finden.

Solche Kühlprodukte präsentieren wir auch immer wieder gerne mal doppelt im vorderen Teil des Ladens. Dort steht ein großer Tisch für Aktionen. Für kühlpflichtige Artikel haben wir dann einen kleinen Kühlschrank. Darin bieten wir die Artikel an und machen eine Verkostung.

Neben dem Kühlschrank platzieren wir zusätzlich Artikel, die zum Thema passen. Bei Desserts fallen mir spontan kleine Weckgläser, Schokostreusel und Kokosraspeln ein. Zur Beerenzeit frische Erdbeeren, Himbeeren usw. Auch Gewürzblütenmischungen passen gut dazu. So geben wir den Kunden Inspirationen, wie sie ihr Dessert hübsch und lecker garnieren können.

Manche Hersteller bieten zudem kostenloses Verkostungsmaterial sowie Rezeptkarten und Plakate an, was dabei hilft die Aufmerksamkeit der Kunden auf die Aktion zu lenken.

Aktionen und Rezepte als Verkaufshilfe

Verkaufsfördernd sind laut Söbbeke Rezepte, wie man die Produkte verwenden kann – So zum Beispiel Milchreis vielleicht mal mit Kardamom oder Kakaopulver. Berchtesgadener empfiehlt, am besten mindestens zwei bis drei Sorten gemeinsam zu präsentieren. So werde das Sortiment als stimmige Einheit erlebbar. Und der Tipp von Öma: Desserts eignen sich als CrossSelling-Produkte, etwa für italienische Wochen: „Ein italienischer Dessert passt perfekt zu gutem Espresso.“ 

Bio-Desserts im Kühlregal

Zutaten, Verarbeitung und Verpackung von Bio-Fertigdesserts

Die Basis für Bio-Fertigdesserts bilden Milch oder Joghurt und Sahne, die mit Sorgfalt aromatisch verfeinert werden – ob zu luftig-leichter Mousse aufgeschäumt, zu mildem Pudding oder cremigem Quarkdessert gerührt oder dekorativ geschichtet. Obwohl in konventionellen Pendants übliche Stabilisatoren und Co. draußen bleiben, überzeugen Bio-Desserts durch eine gleichbleibend hohe geschmackliche Qualität und eine appetitmachende Optik. Darin liegt der große Vorteil des Sortiments: Ein Geschmack wie selbstgemacht, ohne den sonst damit verbundenen Zeit- und Arbeitsaufwand. Verpackt sind die Desserts oft im Portionsbecher, teilweise durchsichtig und mit Pappschuber. Vereinzelt findet man aber Familienpackungen beziehungsweise Vorratsbecher oder – bei Andechser – das große Joghurtglas.

Warum Bio-Desserts besser sind

Zwei Punkte sprechen besonders für Desserts in zertifizierter Bio-Qualität. Zum einen stammt die verwendete Milch von ökologisch gehaltenen Kühen und Schafen. Dazu gehört, dass die Tiere mehr Platz haben, ins Freie kommen, keine vorbeugenden Antibiotika oder gentechnisch verändertes Futter bekommen. Zum anderen arbeiten Bio-Hersteller – wenn überhaupt – nur mit vertrauten Zutaten wie natürlichen Stärken oder Bindemitteln wie Johannisbrotkern- und Guarkernmehl. Das bei konventionellen Desserts neben modifizierter Stärke sehr oft eingesetzte, aus Rotalgen gewonnene Verdickungsmittel Carrageen ist in Bio nur vereinzelt und bei den meisten Bio-Verbänden gar nicht zu finden. Und statt künstlicher Aromen enthalten Bio-Desserts echte Vanille oder Vanillearoma, genauso wie gute Schokolade, die wie der Zucker teilweise aus fairem Handel kommen.

Das wollen Kunden über Bio-Milchdesserts wissen

Sind Bio-Milchdesserts glutenfrei?

Von Natur aus sind die meisten Bio-Fertig Desserts frei von Gluten. Eine Ausnahme machen Desserts mit Zutaten aus Weizen und anderem Brotgetreide. Das sind vor allem Tiramisu – mit Löffelbiskuits – und Grießbrei – mit Weizengrieß.

Was ist das Besondere an griechischem Joghurt und worin besteht der Unterschied zu Joghurt griechischer Art?

Durch längeres Abtropfen der Molke nach dem Dicklegen mit Joghurtkulturen enthält griechischer Joghurt deutlich mehr Fett (um die 10 %), mehr Eiweiß und Calcium als anderer Naturjoghurt. Im Geschmack ist er besonders cremig und vollmundig. Offiziell darf nur Joghurt, der tatsächlich in Griechenland hergestellt wurde, als „griechischer Joghurt“ bezeichnet werden.
„Joghurt nach griechischer Art“ bezeichnet da gegen Produkte, die nicht in Griechenland und mit etwas weniger Milch als das Original hergestellt werden. Der Proteingehalt liegt in der Regel geringer. Bio-Hersteller verarbeiten dabei oft Milch und auch Sahne.

Welches sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Kuh- und Schafsmilch?

Schafsmilch zeichnet sich im Vergleich zu Kuhmilch durch einen höheren Gehalt an Milchfett (über 6 %) und Eiweiß (über 5 %) aus. Sie hat daher auch eine vollmundigere Konsistenz und gilt als gut verträglich. Der höhere Preis liegt vor allem daran, dass Schafe viel, viel weniger Milch geben als Kühe.

Eiweiß, Calcium und Fett in Bio-Desserts

Bei Desserts steht eindeutig der Genuss im Vordergrund, weniger der Gesundheitswert. Daher sind sie auch in Maßen mit Bio-Rübenzucker und -Rohrohrzucker gesüßt. Desserts auf der Basis von Milch und Milchprodukten enthalten wichtiges Eiweiß und reichlich knochengesundes Calcium. Bio-Milch punktet zudem mit leicht verdaulichen Fettsäuren, inklusive mehr konjugierter Linolsäure (CLA) als bei konventioneller Milch. CLA wird unter anderem mit einer antioxidativen Wirkung in Verbindung gebracht. Auch soll sie den Glucose- und Fettstoffwechsel sowie arteriosklerotische Gefäßveränderungen günstig beeinflussen. Verantwortlich für den Nährstoffgehalt ist, dass die Kühe mehr Grünfutter fressen dürfen. 

Klassiker und internationale Varianten im Dessert-Sortiment

Die Auswahl im Bio-Fachhandel kommt denjenigen, die traditionelle Nachtische wie Pudding, Milchreis und Grießbrei lieben genauso entgegen, wie den Freunden internationaler Gaumenschmeichler. Italienische Klassiker à la Tiramisu oder Panna Cotta kommen dabei ebenso gut an wie ursprünglich französisch inspirierte Mousse-Kreationen. Quarkspeisen und Joghurts mit Vanille oder Frucht ergänzen das Sortiment. Und mit Desserts aus Schafmilch, kann der Fachhandel sogar eine Nische füllen. In Punkto Geschmacksrichtungen erweisen sich Verbraucher dann eher als beständig – am liebsten Schokolade oder Vanille. Wobei Schoko-Desserts mit dem angesagten Salted Caramel gern dabei sein sollten. Immer gut kommt auch die Kombination mit erfrischenden, bevorzugt roten Fruchtzubereitungen an, die Bio-Hersteller in der Regel separat anbieten.

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