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Warenwissen

Limonade: Party-Ambiente lockt die Kundschaft an

Der Sommer ist die ideale Zeit, Limonaden gezielt ins Blickfeld der Kunden zu rücken. Aufmerksamkeitsstarke Platzierungen und Verkostungen sorgen für Spontankäufe.

Limonaden sind beliebte Durstlöscher: Die Wirtschaftsvereinigung für alkoholfreie Getränke (wfag) meldete zuletzt für 2023 stabilen, leicht steigenden Absatz. Etwa 125 Liter Erfrischungsgetränke – dazu gehören neben Fruchtlimo und Cola auch Saftschorlen, Brausen und Energydrinks – ließ sich der Durchschnittsbürger demzufolge schmecken.

Insbesondere Limonaden gehörten mit rund 30 Litern pro Kopf in 2023 gegenüber 26 Litern in 2022 zu den Gewinnern im umkämpften Getränkemarkt. Für Aktionen rund um den Limo-Verkauf lohnt es, das Wetter im Blick zu behalten. „Die Umsatzentwicklung der Limonaden folgt der Anzahl der Sonnenstunden“, beobachtet Fabian Ganz vom Branchenanalysten bioVista.

Platzierung im Markenblock schafft Sichtbarkeit

Für eine gute Sichtbarkeit stehen Limonaden im Regal grundsätzlich am besten im Markenblock, benachbart zu weiteren Erfrischungsgetränken, etwa Fruchtsaftschorlen. „Bei beschränkter Fläche empfehlen sich Regalstecker oder –wobbler für mehr Aufmerksamkeit“, so Voelkel-Marketingleiter Jannis Meseke und ergänzt: „Für Poster im Eingangsbereich ist immer Platz. Die machen gleich beim Eintreten in den Laden Durst.“

Zweit- und Drittplatzierungen laden zu Spontankäufen ein: „Wir empfehlen ausgewählten Sorten einen Platz im Kühlschrank oder -regal zu reservieren, sowie zusätzlich eine gut gefüllte Kühltonne direkt an der Kasse, rät Thomas Maier, Geschäftsführung von Beutelsbacher. Ergänzend lohnen aufmerksamkeitsstarke Aufbauten, die ein Party-Sommer-Ambiente verströmen, etwa ein mit Flaschen gefülltes, aufblasbares Miniplanschbecken. Passende POS-Werbematerialien etwa Poster, Kistenstecker, Broschüren oder Probiergläser stellen einige Hersteller auf Nachfrage zur Verfügung.

Beliebte Geschmacksrichtungen, die in der Zweit- und Drittplatzierung besonders lohnen, sind Sorten wie Rhabarber, Zitrone(-Minze), Blutorange, Cola, Ginger Ale, Bitter Lemon, Granatapfel, Cassis, Holunderblüte und Tonic und natürlich naturtrübe Zitrone, Orange oder Limette. „Wir beobachten auch bei Trendsorten mit Matcha und Mate ein besonders starkes Wachstum“, verrät Jannis Meseke von Voelkel.

Unterschiede zum konventionellen Handel unterstreichen weitere Marken, die sich durch eine Eingrenzung auf nur wenige Zutaten (z.B. Djahé, Mölle), Regionalität, spezielle Brauverfahren (Bionade, Pure, Seezüngle) oder innovative Geschmackskombinationen, (Wostok) auszeichnen. Mit limitierten Saison-Kreationen arbeitet seit Jahren die Marke Now von Lammsbräu

Den Fokus auf Lifestyle und Genuss lenken außerdem Sorten wie Herbal Tonic oder Ginger Beer (z.B. Aqua Monaco, Beutelsbacher). Produktvorteile wie natürliche Zutaten aus Bio-Anbau, ökologisch nachhaltige Abfüllungen sowie faire, soziale Produktionsbedingungen sind Bio-Argumente – noch mehr zählt allerdings der geringere Zuckergehalt von vielen Bio-Erfrischungsgetränken.

Mit Verkostungen die Kundschaft überzeugen

Am besten sollte die Kundschaft probieren können, denn Bio-Limonaden überzeugen mit Geschmack. Jannis Meseke empfiehlt unter anderem (Blind)verkostungen im Vergleich: „Damit wird deutlich, dass bei der Verwendung besonders hochwertiger und charaktervoller Säfte gar nicht so viel Zucker nötig ist.“ Thomas Maier rät in Puncto Verkostung zu „Bio Longdrinks mit Bio Tonic oder Bio Cola.“ Dazu könne man alle Zutaten gemeinsam präsentieren. Gut funktioniere aber auch die Platzierung oder Verkostung zusammen mit Snacks und Knabbereien.

Tipps vom Kollegen

Torsten Pelikan, Geschäftsführung Globus Naturkost, Eberswalde, 250 m²

  • Limos bieten wir im Markenblock mit weiteren Erfrischungsgetränken wie Schorle oder Mate an. Die 0,33 l-Flaschen platzieren wir in Sichthöhe, größere 0,7-l-Flaschen auf dem unteren Regalboden.
  • Wenn Kunden nach Kästen fragen, haben wir meist ausreichend im Lager – wenn nicht, wird direkt bestellt und am nächsten Tag sind die Kästen da. Möchte ein Kunde eine größere Menge für ein Fest, bieten wir Kommissionsware an und nehmen nicht angebrochene Flaschen wieder zurück.
  • Wir nutzen jede Gelegenheit, die Limos probieren zu lassen, beispielsweise, wenn wir Musik-Events (mit)-organisieren. Verkostungen laufen zwar selten, wenn, dann jedoch still und in Kombination mit einem zehn Prozent-Rabatt für Sofortkäufe. Flaschen und Gläser werden bereitgestellt, die Kunden können sich selber bedienen – der Aufwand dafür ist überschaubar.
  • Wir empfehlen Limonaden mit Rosen- oder Holunderblüten auch als alkoholfreie Alternative zum Anstoßen bei festlichen Anlässen und als Ergänzung beim Kauf von Bio-Sekt.

Die wichtigsten Fakten zu Bio-Limonaden

Das steckt in Limonaden

Nach den ‚Leitsätzen für Erfrischungsgetränke‘ der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission bilden Wasser und Zucker oder Süßungsmittel die Grundlage für Limonade. Neu seit April 2024: Sollten zuvor mindestens sieben Gramm Zucker auf 100 Milliliter enthalten sein, ist die Menge der süßen Zugabe seither frei wählbar. Außerdem sollten mindestens Aromaextrakte oder natürliche Aromen enthalten sein. 

Für die meisten Limonaden (zumindest im Bio-Regal) spielen zusätzlich Fruchtsaft und Fruchtsaftkonzentrate, sowie Fruchtmark eine Rolle. Dazu können Farbstoffe wie Zuckerkulör, Zitronensäure, Molkenerzeugnisse, färbendes Beta-Carotin oder Riboflavin, sowie Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Emulgatoren und Konservierungsstoffe zugemischt werden (s. „Biovorteil). Außerdem wird den meisten Limonaden Kohlensäure zugesetzt.

Was Kunden wissen wollen

  • Woher kommt der Zucker in Bio-Limonade? Jede Frucht bringt Süße mit ins Spiel. Zusätz - lich setzen Bio-Hersteller Rübenzucker aus deut - schem oder regionalem Anbau, (Roh)-Rohrzucker aus Übersee und im seltenen Fall Agavendicksaft oder Traubensüße zu. Jede Süßungsvariante ver - leiht dem Getränk eine eigene Nuance.
  • Warum haben viele Bio-Limos einen Bodensatz? Ein hoher Fruchtsaftanteil, egal ob aus Direkt - saft oder Konzentrat, bringt kleine Trüb- und Schwebstoffe mit, die aus Fruchtfleisch oder Schalenbestandteilen stammen. Diese setzen sich nach einiger Zeit der Ruhe am Boden der Flaschen ab. Ölige Bestandteile aus Zitrusschalen können einen Rand am Flaschenhals bilden. Ver - hindern können diese Vorgänge Stabilisatoren oder Emulgatoren. Ein anderes Gegenmittel: Flasche leicht schütteln.
  • Was unterscheidet Frucht-Limo von Frucht-Schorle? Der Fruchtgehalt macht den Unterschied, in Fruchtschorle liegt er höher. Limonaden ent - halten je nach Sorte mindestens drei bis etwa 15 Prozent Frucht, Bio-Limos im Mittel mehr und sogar bis zu 20 Prozent. Schorle fängt erst bei 25 Prozent Fruchtanteil an. Außerdem ist in Schorle in der Regel kein Zucker zugesetzt. Trotzdem sind häufig am Ende der Gesamtzucker- und Ener - giegehalt der beiden Getränke ähnlich hoch.

Das steckt in Bio-Limonaden

Fruchtige Zutaten sowie hochwertige Kräuter-, Blätter- und Blütenauszüge stehen bei Bio-Limonaden im Vordergrund. Einige Hersteller verwenden dafür ausschließlich frische Direktsäfte, weitere nutzen Fruchtsaftkonzentrate, um gleichbleibende Qualitäten sicherzustellen. Der hohe Fruchtanteil lässt es zu, mit geringeren Zuckerzugaben zu hantieren. 

Alle Frucht- und Kräuterkomponenten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Das gilt auch für die weiteren Zutaten, bis auf das Wasser, das nur in seltenen Fällen bio-zertifiziert ist. Aromen stammen in Bio-Produkten aus namentlich genannten Früchten und Kräutern.

Generell wird mit Zusatzstoffen zurückhaltend gearbeitet. Allenfalls Stabilisatoren wie etwa (Citrus)-Pektin, Johannisbrotkernmehl oder Gummi arabicum finden Verwendung. Als Säureregulatoren dienen Calcium- und Magnesiumcarbonat, Ascorbinsäure als Antioxidationsmittel und Citronensäure zur Säuerung. Mancherlei unerwünschte Zusätze werden kategorisch ausgeklammert, etwa das bei Cola- und Kräuterlimonaden häufig verwendete Ammonsulfit-Zuckerkulör mit der Bezeichnung E 150d sowie Phosphorsäure.

Nährwerte/Gesundheit

Wer Limo trinkt, sucht vor allem eines: einen erfrischenden Durstlöscher sowie geschmackvollen Genuss. Dabei haben die zuckergesüßten Erfrischungsgetränke bereits seit Jahren den negativen Beigeschmack der Kalorienbombe und des Dickmachers. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa drückt Limonaden, ob zucker- oder süßstoffgesüßt, den Stempel ‚nicht empfehlenswert‘ auf. Die Getränke dienen also, ähnlich wie Süßigkeiten, dem seltenen Genuss.

Auch in Bio-Limonaden steckt Zucker. Zumindest aber süßen Bio-Hersteller traditionell zurückhaltender. So messen sie teilweise nur fünf Prozent, häufig rund sechs bis acht Prozent Zucker im Getränk, anstelle von über neun bis zehn. Vitamine, Mineralstoffe oder Vitalstoffe sind in Limonade nur in geringen Mengen enthalten.

Buntes Sortiment

Im Limo-Markt mischen viele Hersteller mit. Fruchtsaftkellereien, Mineralwasserbrunnen und Brauereien. Entsprechend bunt und vielfältig ist das Angebot im Bio-Regal: Frucht-Erfrischungsgetränke verschiedenster Couleur, raffiniert gemischt und mit natürlichen Zutaten aromatisiert, Cola-Getränke, Mate- und Matcha-Mischungen, Kräuterlimonaden, leicht bittere Limos wie Tonic oder Ginger (also Ingwer)-Spezialitäten.

Neben reinen Limo-Mixturen, bei denen die Zutaten einfach miteinander vermischt werden, wenden einzelne Bio-Limo-Hersteller Brauverfahren an. Hierbei werden die Zutaten Gersten- oder Dinkelmalz unter Zugabe von Milchsäurebakterien vergoren. Das Ergebnis ist ein Getränk mit mild-säuerlicher Milch- und/oder Gluconsäure, das anschließend mit allen weiteren Limo-Zutaten wie Süßung und Fruchtsäften kombiniert wird.

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