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Bio im Test

Drei vegane Bio-Grillwürstchen fallen bei Ökotest durch

Ökotest hat vegane Bio-Grillwürstchen untersucht. Das Ergebnis kann den Appetit verderben: Nur eines von zehn getesteten Bio-Produkten bekam die Note „sehr gut“. Für drei weitere gab es richtig schlechte Noten.

Fleischersatz-Produkte verkaufen sich gut. Die Bereitschaft, Würstchen aus pflanzlichen Alternativen wie Weizen, Soja, Erbsen, Lupinen oder Reis auf den Grill zu legen, steigt.

Ökotest hat 19 vegane Würstchen für getestet. Das Ergebnis macht allerdings keinen Appetit auf den nächsten Grillabend: Die Redaktion kann nach eigenen Angaben nur sieben aller getesteten Produkte empfehlen. Beim Rest fanden die Tester zum Teil „stark erhöhte Mineralölgehalte“, drei Biomarken bescheinigen sie sogar ein „massives Problem mit Mineralölbestandteilen“, weil deren Produkte den Orientierungswert von elf Milligramm pro Kilo deutlich überschritten.

Zu viel Salz, zu viele Aromazusätze und Verdickungsmittel

Auch beanstandet Ökotest teilweise die Inhaltsstoffe: zu viel Salz, zu viele Aromazusätze und „bedenkliche Verdickungsmittel“ (letztere immerhin nicht bei den Bio-Produkten) und sogar Reste von Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln.

Die Ausnahme mit der Note „sehr gut“ bilden die Ener Bio Tofu Würstchen nach Bratwurst-Art von Rossmann. Sie liegen mit 2,31 Euro, umgerechnet auf 200 Gramm, preislich im unteren Segment. Ökotest kaufte Produkte von 1,99 bis 5,05 Euro.

Mit der Note „gut“ bewertet Ökotest die Veganen Bratwürstchen aus Seitan und Tofu von Alnatura sowie Bio Bio Vegane Grillwürstchen von Netto und auch Vegane Bratknacker von Tofutown.

Mit „befriedigend“ schneiden Taifun Grillknacker Sojawürstchen für Grill und Pfanne ab, die übrigens als einzige im Test, frei von Mineralölspuren waren. Mit „ausreichend“ wurden die veganen Bio-Bratwürstchen von DM und Seitan Veganer Grobian von Wheaty bewertet.

Drei Bio-Produkte als „mangelhaft“ und „ungenügend“ benotet

Für drei Bio-Hersteller gab es besonders schlechte Noten: Die Seitan Würstchen von Bio Company erreichten nur ein „mangelhaft“. Und die Veganen Würstchen auf Seitan Basis Fränkische Art von Dennree waren in den Augen der Tester sogar „ungenügend“.

Das Urteil für die Bio Company begründen die Ökotester unter anderem mit dem bereits oben erwähnten „stark erhöhten“ Mineralölgehalt und der zu trockenen Konsistenz. Dennree wurde für den ebenso „stark erhöhten“ Mineralölgehalt, den hohen Salzgehalt und Mängel beim Geschmack bestraft. Ebenfalls als „ungenügend“ wird – unter anderem auch wegen des Mineralölgehalts – das Bio-Produkt Alberts Lupinen Rostbratwurst vegan bewertet.

Alle Bio-Hersteller, deren Produkte mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ abgeschnitten haben, hat BioHandel um eine Stellungnahme gebeten. Bio-Company teilte mit: „Die von Ökotest ermittelten Werte übersteigen stark die Werte, die in den letzten acht Jahren im Zuge eines regelmäßigen und unabhängigen Monitorings ermittelt wurden. Wir haben eine eigene Analyse in Auftrag gegeben, diese Ergebnisse liegen uns aber noch nicht vor.“

Dennree äußerte sich ausführlich. Unter anderem teilt das Unternehmen mit: „Ökotest wertet die veganen Würstchen [...] aufgrund des Gehalts an Mineralölbestandteilen (MOSH; MOAH wird nicht nachgewiesen) um vier Notenpunkte ab. Mineralölbestandteile sind überall in der Umwelt vorhanden, gesetzliche Grenzwerte gibt es nicht. Die Eintragswege sind vielseitig, was es nahezu unmöglich macht, ein Produkt völlig frei von Mineralölbestandteilen anzubieten. [...]
Selbstverständlich streben wir in Zusammenarbeit mit unserem Lieferanten ein Minimum an Mineralölbestandteilen an und sind dahingehend stets um Verbesserungen bemüht. Dass der Wert für MOSH in der von Ökotest bewerteten Charge verhältnismäßig hoch war, können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht erklären. [...] Die Analyse einer späteren Charge zeigt deutlich niedrigere MOSH-Werte. Die von Ökotest getestete Charge ist inzwischen abgelaufen und befindet sich nicht mehr im Handel.“

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