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Dennree und La Selva äußern sich zu „mangelhaftem“ Olivenöl

Bio im Test

Nur zwei von insgesamt 18 Bio-Olivenölen bewertet Ökotest mit „sehr gut“. Besonders unzufrieden waren die Tester mit der Sensorik. Ihr Ergebnis: Nicht überall wo „nativ extra“ draufsteht, ist auch höchste Qualität enthalten.

Ökotest hat 30 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ im Labor untersuchen lassen. 18 davon waren in Bio-Qualität, darunter jeweils ein Produkt von Alnatura, Bio Planète, Byodo, Dennree, La Selva, Rapunzel sowie Öle von Discountern, Drogerien und dem LEH

Ökotest ließ die Olivenöle unter anderem auf Verunreinigungen durch gesättigte und aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH, MOAH), Pestizide, und Weichmacher untersuchen. Zusätzlich prüfte eine Gruppe an Mitgliedern des Internationalen Olivenrats die Sensorik, die bei nativ extra Olivenölen einwandfrei sein muss. 

Die Gesamturteile für die Bio-Olivenöle, die preislich zwischen 9,27 Euro und 27,98 Euro pro Liter liegen, fielen unterschiedlich aus. Nur zwei Produkte wurden von Ökotest mit „sehr gut“ bewertet (Aldi und Rapunzel). Drei waren „gut“, sechs „befriedigend“ und weitere sechs Bio-Olivenöle befanden die Prüfer für „mangelhaft“, darunter die Öle von Dennree und La Selva.

Oft nur „geschmackliches Mittelmaß“

Beim Dennree-Öl fanden die Tester Spuren von zwei Pestiziden, bei La Selva war es ein Pestizid in Spuren. Laut Ökotest handelt es sich dabei aber um keine Stoffe, die als „besonders bedenklich“ eingestuft werden.

Deutlich unzufriedener waren die Tester bei der Sensorik. Ein „sehr gutes“ Sensorik-Ergebnis lieferten laut Ökotest lediglich die Produkte von Byodo, Rapunzel und Aldi. Die meisten Öle waren für die Verkoster nur „geschmackliches Mittelmaß“.  Vier Bio-Ölen attestierten sie eine „ranzige“ Fehlnote (De Cecco, Dennree, La Selva und Rewe), zwei weitere schmeckten „stichig/schlammig“ (Netto Marken-Discount und Aceites del Sur). Allen sechs Ölen sprachen die Sensoriker das „extra“ ab und bewerteten die Produkte lediglich mit „nativ“. Zum Vergleich: Bei den 12 konventionell hergestellten Olivenölen stuften die Tester nur zwei auf „nativ" herunter. 

„Vermutlich haben einige dieser Öle das Qualitätsmerkmal ‚nativ extra‘ direkt nach der Abfüllung noch erfüllt, doch bei unsachgemäßem Transport und falscher Lagerung wiesen dann viele Öle noch deutlich vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum sensorische Fehler auf und werden beispielsweise ranzig“, zitiert Ökotest den Lebensmittelchemiker und Olivenölsensoriker Christoph Sippel.  

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La Selva und Dennree äußern sich zu den Testergebnissen

Der Hersteller La Selva kann die Abwertung in der Güteklasse, die maßgeblich zur Gesamtnote „mangelhaft“ geführt hat, nicht nachvollziehen. „Obwohl die von Ökotest analysierten, für das Ausmaß einer Oxidation von Olivenöl charakteristischen Werte (Peroxidzahl und K-Werte) den strengen gesetzlichen Anforderungen an ein natives Olivenöl extra entsprechen, stellt das von Ökotest beauftragte Panel den sensorischen Fehler ,ranzig‘ fest. Aus diesem Ergebnis wird eine entsprechende Abwertung zu nativem Olivenöl abgeleitet“, erklärt La Selva auf seiner Webseite und ergänzt: „Im Gegensatz dazu liegt uns – neben eigenen Prüfungen zu dieser Charge – die sensorische Prüfung der Handelskammer Cosenza in Kalabrien vor: Dieses durch das Landwirtschaftsministerium anerkannte Test-Panel hat die Einstufung als natives Olivenöl extra bestätigt.“

Ferner weist La Selva darauf hin, „dass die oxidative Stabilität des Öls von den Lagerbedingungen im Handel, wie Temperatur und Lichteinfall, beeinflusst werden kann, auf die wir nach Auslieferung keinen Einfluss mehr haben“. Der Alterungsprozess und der damit ranzige Eindruck könne demnach erst nach der Olivenpressung entstanden sein.

Auch Dennree hat sich zu dem „mangelhaften“ Testergebnis seines Öls geäußert. Auch bei diesem Produkt beurteilten die Sensoriker Geruch und Geschmack als „ranzig“ und ordneten das Öl der Güteklasse „nativ“ zu. Gleichzeitig fand das Labor den Spuren von zwei Pestiziden auch einen Nachweis für den Weichmacher Dibutylphthalat (DBP). 

Nach Bekanntwerden der Ökotest‑Ergebnisse hat Dennrees Ölivenöl-Lieferant ein Rückstellmuster der untersuchten Charge erneut untersuchen lassen. Hierbei wurden, analog zu einer Analyse der Rohwarencharge vor der Abfüllung, „keine Pestizide oberhalb der Berichtsgrenze nachgewiesen“, teilte Dennree mit. „Die sensorische Bewertung war ebenfalls einwandfrei und ohne Fehler.“ Und auch die von Ökotest untersuchten chemischen Parameter, die üblicherweise Hinweise auf ein gealtertes oder ranziges Olivenöl liefern würden, seien nicht auffällig gewesen. „Vor diesem Hintergrund können wir das Gesamturteil von Ökotest nur eingeschränkt nachvollziehen“, so Dennree. 

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