Biohandel

Wissen. Was die Bio-Branche bewegt

Bio im Test

Besser stehen lassen: Erdbeeren aus Spanien

Ökotest thematisiert in einer Titelgeschichte den Erdbeeranbau mit seinem hohen Wasserverbrauch und den schlechten Arbeitsbedingungen. Im Test finden sich reichlich Pestizide – auch in Bio-Erdbeeren.

In 14 Läden hatten die Ökotester Anfang Februar Schalen mit Erdbeeren eingekauft, fast alle aus Südspanien, vier davon in Bio-Qualität. Die Bio-Früchte von Edeka und Rewe bekamen die Note „gut“. Die Erdbeeren von Denn's fanden die Tester „befriedigend" und für Teguts Beeren hatten sie ein „ausreichend“ und deutliche Kritik.

Der Grund: Sie enthielten das im Ökolandbau zugelassene Insektizid Spinosad, wobei die Rückstände mehr als die Hälfte des Grenzwertes ausschöpften. „Erhöht“ steht dann in der Testtabelle. Weil Spinosad zudem als bienengiftig gilt, wurde Tegut um drei Stufen abgewertet. „Ein bienengiftiges Pestizid in den Bio-Erdbeeren – das mag zwar erlaubt sein, kratzt aber am guten Ruf der Bio-Früchte“, kommentierte Ökotest.

Pestizide satt und wenig Verantwortung

In den konventionellen Erbeeren fand das Labor deutlich mehr Rückstände. Nur zwei Produkte waren rückstandsfrei, die anderen enthielten meist vier Pestizide, eines sogar sieben, darunter auch zwei krebserregende Wirkstoffe. Dafür zückte Ökotest die Rote Karte.

Doch auch ohne Pestizide lag keine konventionelle Erdbeere im grünen Bereich. Denn Ökotest analysierte nicht nur die Pestizidbelastung, sondern wollte auch wissen, ob die Unternehmen ihre Lieferketten kennen und sich aktiv mit dem Wasserverbrauch und den Anbaubedingungen auseinadersetzen. Bei diesem CSR-Test war „ausreichend“ die beste konventionelle Note, es gab drei „mangelhaft“ und ebensoviele „ungenügend“.

Bei den Bio-Beeren schnitten Edeka und Rewe mit „befriedigend“ ab. Sie konnten eine Bewässerungsstrategie nur „teilweise“ belegen und für die Herkunft aus Südspanien gab es von vorneherein Abzüge. Denn's und Tegut erhielten im CSR-Test ein „ausreichend“. Tegut konnte seine Lieferkette nur „teilweise“ belegen; bei Denn's bewertete Ökotest die Transparenz als „unzureichend“.

Die Arbeitsbedingungen spielten im Test keine Rolle. Im Text werden die Missstände allerdings dargestellt, mit deutlicher Kritik am gängigen konventionellen Global G.A.P.-Standard. „Unsere Erfahrung ist jedoch, dass diese Standards in der Praxis nicht eingehalten werden“, zitiert Ökotest Steffen Vogel von der Menschenrechtsorganisation Oxfam. Die darüber hinausgehenden Zertifizierungsbemühungen von Bio-Importeuren thematisierte Ökotest nicht. (leo)

Kommentare

Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.

Weiterlesen mit BioHandel+

Melden Sie sich jetzt an und lesen Sie die ersten 30 Tage kostenfrei!

  • Ihre Vorteile: exklusive Berichte, aktuelles Marktwissen, gebündeltes Praxiswissen - täglich aktuell!
  • Besonders günstig als Kombi-Abo: ausführlich in PRINT und immer aktuell mit ONLINE Zugang
  • Neu: das BioHandel e-Paper inkl. Archivfunktion
30 Tage kostenlos testen
Sie sind bereits Abonnent von BioHandel+? Dann können Sie sich hier anmelden.

Auch interessant: