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„Wir haben es satt!“

Aktionsbündnis kritisiert „Agrarpolitik von vorgestern“

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Berlin für eine klimafreundlichere und gerechtere Land- und Ernährungswirtschaft demonstriert. Zum 16. Mal hatte das Aktionsbündnis „Wir haben es satt!“ zum Marsch durch die Hauptstadt aufgerufen.  

In Berlin sind am Samstag mehrere Tausend Menschen für eine nachhaltige Neuausrichtung der Agrarpolitik auf die Straße gegangen. An der Großdemonstration des Aktionsbündnisses „Wir haben es satt!“ beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter circa 8.000 Menschen, die Polizei zählte bis zu 5.000 Teilnehmende. 

Das Bündnis, dem rund 60 Organisationen angehören, wendet sich gegen „die agrar- und ernährungspolitischen Rückschritte der Bundesregierung“. „Die schwarz-rote Bundesregierung macht eine Agrarpolitik von vorgestern und gefährdet unsere Zukunft. Wir erinnern sie an ihre Verantwortung“, sagte Jan Greve, Sprecher des „Wir haben es satt!“-Bündnisses.

Die Veranstalter kritisieren unter anderem, dass die staatliche Tierhaltungskennzeichnung viel später als geplant umgesetzt werden soll. Gleichzeitig gefährde eine Verwässerung des Düngerechts den Schutz des Trinkwassers. Ferner werfen die Umweltorganisationen der Koalition aus Union und SPD vor, nichts gegen eine Deregulierung von Gentechnik und Pestiziden in der EU zu unternehmen. Und sie setze auf ein „Weiter so“ bei den Fördergeldern der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), statt diese endlich gerechter und ökologischer zu verteilen, teilte das Bündnis mit.

Es war bereits die 16. Demonstration des „Wir haben es satt!“-Bündnisses, die jährlich am Rande der Landwirtschafts- und Ernährungsmesse „Grüne Woche“ stattfindet. Der Protestmarsch stand in diesem Jahr unter dem Motto „Haltung zeigen – für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit“. 

Scharfe Kritik äußerten die Organisatoren auch am Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay sowie Uruguay, das vergangenen Samstag in Paraguay unterzeichnet wurde. 

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