Die Lebensmittelwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. „Globale Krisen, volatile Märkte, gestörte Lieferketten, der steigende Bedarf an nachhaltigen Lösungen sowie die daraus resultierenden Unsicherheiten für Produktion und Handel verlangen nach Orientierung“, sagt Bastian Mingers, Geschäftsbereichsleiter Ernährung und Ernährungstechnologie bei der Koelnmesse. Gleichzeitig beobachte man eine beeindruckende Innovationsdynamik und ein wachsendes Bewusstsein für Verantwortung – auf Seiten der Industrie ebenso wie bei den Konsumierenden.
Vor diesem Hintergrund hat die Messe im Vorfeld der Anuga 2025, die vom 4. bis 8. Oktober in Köln stattfindet, gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innova Market Insights zentrale Trends identifiziert.
Personalisierte Ernährung
Als ein Megatrend gilt die individualisierte Ernährung: Immer mehr Menschen orientieren sich bei ihrer Lebensmittelauswahl an persönlichen Gesundheitszielen oder Lebensstilen. Funktionale Lebensmittel, gezielte Nährstoffzufuhr sowie Produkte, die bestimmte Ernährungsmuster (beispielsweise vegetarisch, glutenfrei, proteinreich) unterstützen, gewinnen daher an Relevanz.
Nachhaltigkeit als Grundvoraussetzung
Nachhaltigkeit gilt zunehmend nicht mehr als zusätzlicher Vorteil, sondern als grundlegende Erwartung an Lebensmittelprodukte. Das betrifft etwa die Auswahl der Rohstoffe, Produktionsprozesse und Verpackungslösungen. Im Fokus stehen alternative Zutaten wie Fava-Bohnen, Lupinenkaffee oder Kakao-Ersatz aus Carob, die in Bezug auf Umweltbilanz und Ressourcenschonung Potenziale bieten.
Alternative Proteine wachsen dynamisch
Der Markt für alternative Proteinquellen wächst weiter – darunter pflanzenbasierte, mikrobiell erzeugte, kultivierte und hybride Produkte. Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich rund um Fleischalternativen, Convenience-Produkte und Snacks. Diesem Themenfeld wird sich die neue Fachmesse „Anuga Alternatives“ erstmals mit einer eigenen Plattform widmen.
Gesundheit und religiöse Zertifizierungen im Fokus
Auch gesundheitsbezogene Themen wie Verdauungsgesundheit (Digestive Health) stehen zunehmend im Fokus. Produkte mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen sind dabei besonders gefragt. Parallel dazu nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln mit Halal- oder Koscher-Zertifizierung zu. Halal sind Lebensmittel, wenn sie aus Sicht des Islam zulässig sind. Die Kriterien dafür sind nicht einheitlich. Die Speisegesetze des Judentums wiederum legen fest, ob eine Lebensmittel als koscher gelten darf.
Interesse an Eigenmarken wie Premiumsegmenten
Private Labels stehen zunehmend nicht nur für günstige Preise, sondern auch für Qualitätsanspruch, nachhaltige Produktion und Innovationsfähigkeit. Dies gilt insbesondere für europäische Märkte, findet aber auch in Nordamerika und Asien zunehmende Verbreitung. Gleichzeitig wächst das Interesse an Premium- und Gourmet-Produkten mit nachvollziehbarer Herkunft und hochwertigen Zutaten.
K-Food trifft den Nerv
Koreanische Produkte verbinden Tradition, Gesundheit und modernen Lifestyle und treffen damit den Nerv der Zeit. Auf der Anuga 2025 präsentiert sich das diesjährige Partnerland der Messe mit einer Palette innovativer, nachhaltiger und technologiebasierter Food-Lösungen – von pflanzlichen Alternativen über fermentierte Klassiker wie Kimchi bis hin zu Food-Tech-Innovationen.
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