Biohandel

Erfolgreich mit Bio handeln.

Junges Demeter

„Viele junge Leute wussten nicht, wo und wie sie sich einbringen können“

Auf den Öko-Feldtagen haben 53 junge Menschen das Netzwerk „Junges Demeter“ gegründet. Im Interview erklären die Koordinatorinnen Dorothea Schmidt und Susanne Witt, warum die Initiative dringend nötig ist und welche Visionen und Pläne sie haben.

Frau Schmidt, Frau Witt, warum braucht es das Netzwerk „Junges Demeter“?
Dorothea Schmidt: Wir haben beobachtet, dass jungen Menschen im Demeter-Kontext oft ein Raum gefehlt hat – für Austausch, gegenseitige Inspiration, das Kennenlernen Gleichgesinnter. Viele wünschen sich Beteiligung und Verbindung – aber bislang gab es kaum passende Strukturen, um diese Bedürfnisse wirklich zu leben.

Susanne Witt: Deshalb schaffen wir Formate, die junge Menschen direkt ansprechen: offen, zeitgemäß, mit Raum für Ideen und Mitgestaltung. Uns ist wichtig, dass sie sich als Teil des Verbandes erleben – informiert, eingeladen und gefragt. Gerade auf politischer Ebene, etwa im Bündnis Junge ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft (JöLL), braucht es ihre Stimmen und Perspektiven. Die biodynamische Bewegung lebt vom Miteinander aller Generationen – und „Junges Demeter“ gibt der jungen Generation darin ein eigenes Profil.

Warum gerade bis 40?
Dorothea Schmidt: Die Altersgrenze orientiert sich an der Lebensrealität vieler Menschen in der biodynamischen Praxis: Sie übernehmen Höfe oder Betriebe, gründen Familien, bringen neue Ideen ein. Es ist eine Phase voller Verantwortung, aber auch voller Gestaltungskraft.

Susanne Witt: Und genau dann entsteht oft ein starkes Bedürfnis nach Vernetzung. Viele suchen Austausch zu Themen wie Betriebsübernahme, biodynamische Praxis im Wandel oder unternehmerische Entscheidungen. Mit „Junges Demeter“ möchten wir Räume schaffen, in denen diese Themen auf Augenhöhe besprochen werden können – und die Mut machen, den eigenen Weg zu gehen.

Woran merken Sie, dass Menschen in dieser Altersspanne bisher wenig eingebunden waren?
Susanne Witt: In vielen Gesprächen wurde deutlich: Junge Menschen fühlen sich zwar zur biodynamischen Idee hingezogen, aber oft fehlt ihnen der direkte Zugang zu bestehenden Strukturen. Es gab bislang nur vereinzelt Formate, die speziell auf diese Zielgruppe ausgerichtet waren.

Dorothea Schmidt: Es ist weniger eine Frage des Wollens, als des „Wie“. Viele junge Leute wussten schlicht nicht, wo und wie sie sich einbringen können. Mit unserem Netzwerk möchten wir genau diesen Zugang erleichtern. Denn Beteiligung entsteht dort, wo Menschen gesehen, gehört und angesprochen werden – und wo Austausch überhaupt möglich ist.

Dazu passt:

Nancy Schacht (Demeter im Osten), Pola Krenkel (Demeter-Landwirtin) mit den Koordinatorinnen des „Jungen Demeter“ Susanne Witt und Dorothea Schmidt bei der Gründungsveranstaltung auf den Ökofeldtagen.

Anbauverband

Jung, engagiert, biodynamisch: Neues Netzwerk bei Demeter gegründet

Frischer Wind für die biodynamische Bewegung: Ein neues Netzwerk vernetzt junge Akteurinnen und Akteure aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel.

Welche Themen treiben Sie derzeit am meisten um?
Dorothea Schmidt: Im Moment sind wir mitten im Aufbau – das ist eine spannende Phase, in der wir viel ausprobieren und lernen. Wir fragen uns: Wie erreichen wir mehr junge Menschen? Welche Formate passen zu ihrem Alltag? Und was braucht es, damit Engagement als sinnvoll und machbar erlebt wird?

Susanne Witt: Viele sind sehr motiviert, doch die Zeit ist knapp – zwischen Familie, Hof, Betrieb oder Studium bleibt oft wenig Freiraum. Daher überlegen wir genau: Welche Angebote sind realistisch? Wie schaffen wir Räume, die stärken statt überfordern? Und wie können wir das Netzwerk so gestalten, dass es wirklich als Gewinn erlebt wird?

Was soll das Netzwerk konkret bewirken?
Susanne Witt: Wir möchten junge Menschen aus allen Bereichen der Demeter-Wertschöpfungskette miteinander vernetzen – von der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung. Und zwar sowohl innerhalb einer Region, als auch deutschlandweit.

Dorothea Schmidt: Daraus sollen Begegnungen entstehen, die verbinden – auf persönlicher, fachlicher und politischer Ebene. Unser Ziel ist, dass junge Stimmen sowohl im Verband als auch darüber hinaus wahrgenommen werden. Ihre Perspektiven und Ideen sind entscheidend für die Weiterentwicklung einer ökologischen Landwirtschaft, die im besten Sinne zukunftsfähig ist.

Mitglied werden oder Fragen?

Kontakt aufnehmen mit dem Netzwerk „Junges Demeter“ können Interessierte über das Formular auf der Webseite, per E-Mail oder telefonisch unter 06155 84690.

Kommentare

Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.

Weiterlesen mit BioHandel+

Melden Sie sich jetzt an und lesen Sie die ersten 30 Tage kostenfrei!

  • Ihre Vorteile: exklusive Berichte, aktuelles Marktwissen, gebündeltes Praxiswissen - täglich aktuell!
  • Besonders günstig als Kombi-Abo: ausführlich in PRINT und immer aktuell mit ONLINE Zugang
  • Inklusive BioHandel e-Paper und Online-Archiv aller Printausgaben beim ONLINE Zugang
Jetzt 30 Tage für 0,00 € testen
Sie sind bereits Abonnent von BioHandel+? Dann können Sie sich hier anmelden.

Auch interessant: