Nach Edeka und Rewe hat auch das Bremer Unternehmen Tante Enso angekündigt, Filialen der Migros-Tochter Tegut zu übernehmen. Die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) hatte Anfang März bekanntgegeben, große Teile des osthessischen Lebensmittelhändlers Tegut zu verkaufen und sich aus dem deutschen Geschäft zurückzuziehen.
Nun teilt Tante Enso mit, „bis zu 36 Tegut-Filialen übernehmen und damit einen Fortbestand der dortigen Nahversorgung sichern“ zu wollen. „Diese 36 Standorte passen aufgrund ihrer Größe der Gemeinden und infrastrukturellen Lage perfekt zu Tante Enso“, heißt es in einer Pressemeldung. Tante Enso betreibt deutschlandweit knapp 90 Mini-Supermärkte, vor allem im ländlichen Raum. Das Konzept ist meist genossenschaftlich angelegt und verbindet nach eigener Aussage „Versorgungssicherheit, Gemeinschaft und moderne Technologie“ miteinander. Die Märkte der Smart-Store-Kette funktionieren hybrid, sind rund um die Uhr geöffnet und nur zu bestimmten Zeiten mit Personal besetzt.
Seit Dezember 2025 hat Thomas Gutberlet, der ehemalige Geschäftsführer des Lebensmittelhändlers Tegut und Enkel des Tegut-Gründers, die Position des Geschäftsführers (COO) bei Tante Enso inne. „Ich freue mich, dass wir dazu beitragen können, gemeinsam mit den Bürgern und Bürgerinnen die Zukunft der betroffenen Märkte abzusichern. Diese Märkte sind seit vielen Jahren ein wichtiger Baustein der Infrastruktur vor Ort. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit viel Engagement diese Märkte betrieben und bekommen durch Tante Enso eine Perspektive für ihre weitere Zukunft“, sagt Thomas Gutberlet, der auch Gesellschafter von Tante Enso ist.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Bis zur Freigabe werden die Tegut-Filialen wie gewohnt weiterbetrieben und sollen danach schrittweise in das Tante Enso-Konzept überführt werden.
Über Tante Enso
Mit der Tante-Enso-Karte kann man die
elektronische Tür zum Laden öffnen – zu jeder Uhrzeit. Die Karte funktioniert deutschlandweit in jeder Tante Enso-Filiale.
- Enso ist ein Unternehmen mit rund 600 Beschäftigten, das 2016 von Norbert Hegmann und Thorsten Bausch in Bremen gegründet wurde. Seit Mai 2018 ist es mit seinen Geschäftsmodellen am Start und über 85 Tante Enso-Filialen sind deutschlandweit eröffnet. Die Geschäftsführung teilen sich Norbert Hegmann (CEO) und Thomas Gutberlet (CSO).
- Das Logistikzentrum von Enso ist im Süden Bremens angesiedelt. Als bundesweites Referenzprojekt für Logistik, FMCG und E-Commerce hat sich das Bundesland Bremen direkt an Enso beteiligt.
- Laut eigenen Angaben ist Tante Enso ein stationärer Supermarkt auf durchschnittlich 250 Quadratmetern, der rund um die Uhr geöffnet und zu bestimmten Tageszeiten mit Personal besetzt ist – in der Regel vier Stunden täglich. Zu diesen Öffnungszeiten funktioniere Tante Enso wie jeder andere Supermarkt mit verschiedenen Zahlungsmitteln. Das Sortiment umfasse 3.000 bis 4.000 Artikel.
- Einige Filialen sind laut Enso auch an den Online-Shop von Enso angebunden. Dieser bietet ein zusätzliches Warenangebot von rund 15.000 Artikeln. Die Bewohner von Orten mit einem Tante Enso können Artikel bestellen und als kostenfreien Service in ihre Filiale liefern lassen.
- Tante Enso setzt auf Regionalität und integriert lokale Erzeuger im Sortiment. Diese „Lokalen Helden“ werden von den Teilhabern benannt. „Bevor es so weit ist, muss ein Minimum von mehreren Hundert Menschen einen Anteil à 100 Euro an der myEnso Teilhaber eG erworben haben (...) – erst dann kommt Tante Enso in den Ort“, heißt es auf der Website des Unternehmens.
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