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Ökolandbau könnte deutlich teurer werden

GAP-Reform

Eine Studie sieht erhebliche Mehrkosten für Bund und Länder bei der Förderung des Ökolandbaus ab 2028. Der BÖLW warnt vor Folgen für nachhaltige Landwirtschaft und fordert Änderungen an den EU-Plänen.

Die geplante Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU könnte die Förderung des Ökolandbaus in Deutschland deutlich verteuern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Rostock, die der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am Mittwoch vorgestellt hat. Demnach müssten Bund und Länder ab 2028 je nach Entwicklung der Bio-Flächen zwischen 500 und 700 Millionen Euro zusätzlich zur aktuellen Förderperiode aufbringen, um die vorgesehenen GAP-Mittel für den Ökolandbau vollständig abrufen zu können.

Hintergrund ist der Vorschlag der EU-Kommission, den Anteil der EU an der Finanzierung von Agrarumweltmaßnahmen auf 70 Prozent zu begrenzen. Bislang liegt die EU-Kofinanzierung im Durchschnitt bei 79 Prozent, in mehreren Bundesländern wird die Förderung des Ökolandbaus sogar vollständig aus GAP-Mitteln finanziert. Sinkt der EU-Anteil, müssten Bund und Länder die Differenz aus eigenen Haushalten ausgleichen. 

Für die Berechnung simuliert die Studie ein Wachstum der Biofläche auf Grundlage der bisherigen Entwicklung. In diesem Szenario würde der Anteil der ökologischen Landwirtschaftsfläche bis zum Jahr 2031 von zuletzt 11,5 auf 12,9 Prozent ansteigen. Selbst im Fall eines Stillstands bei der Umstellung auf Bio würden die Kosten für Bund und Länder ab 2028 demnach immer noch um 436 Millionen Euro gegenüber der aktuellen Förderperiode steigen. 

Aus Sicht des BÖLW könnte dies die Förderung des Ökolandbaus erschweren, obwohl die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln weiter wächst. Nach Angaben des Verbandes stieg der Umsatz mit Bio-Produkten 2025 um 6,7 Prozent auf 18,23 Milliarden Euro, während die ökologisch bewirtschaftete Fläche nur um 1,1 Prozent zunahm. Der Verband warnt deshalb davor, die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft finanziell zu schwächen.

Der BÖLW fordert die Bundesregierung auf, sich in den Verhandlungen zur künftigen GAP für Änderungen am Kommissionsvorschlag einzusetzen. Nach Auffassung des Verbandes braucht die Agrarpolitik wieder ein festes Budget für Umwelt- und Gemeinwohlleistungen sowie ausreichend Mittel für den Ökolandbau. Öffentliche Gelder sollten stärker an gesellschaftliche Leistungen geknüpft werden als an pauschale Flächenprämien.

Hier lesen Sie die vollständige Studie

GAP

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist das Förderprogramm der Europäischen Union für die Landwirtschaft. Über die GAP werden unter anderem Agrarumweltmaßnahmen und der Ökolandbau unterstützt. Diese Programme werden gemeinsam von der EU sowie Bund und Ländern finanziert. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission soll der EU-Anteil an dieser Finanzierung ab 2028 sinken. Bund und Länder müssten deshalb einen größeren Teil der Kosten übernehmen, wenn die Förderung in bisherigem Umfang fortgeführt werden soll.

Kommentare

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Ursula Stübner

Da kommt wieder die alte Forderung ins Spiel, bei den konventionellen Lebensmitteln die wahren Kosten in Rechnung zu stellen, also die Umweltkosten durch synthetische Pestizide und mineralische Dünger. Das war lange nicht mehr in den Medien - man könnte es jetzt verknüpfen.

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