Generationenwechsel beim Superbiomarkt: Nach über 40 Jahren an der Spitze des von ihm gegründeten Bio-Filialisten gibt Michael Radau die Unternehmensführung zum Jahreswechsel komplett an seinen Sohn Luca ab, der seit Sommer 2023 neben seinem Vater im Vorstand ist. Das teilte Superbiomarkt am Donnerstag mit.
Luca Radau betont, dass die Fußstapfen zwar groß sind, er aber mit den Prokuristen Mechthild Hüneborn und dem Marketingleiter Linus Weistropp auch andere und neue Schwerpunkte in den Blick nimmt. Die neue Führung setzt auf eine Modernisierung der bestehenden Märkte und eine kontrollierte Expansion an neuen Standorten innerhalb und außerhalb des Kerngebiets. Aktuell betreibt Superbiomarkt 23 Filialen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Im März 2026 eröffnet der Händler einen siebten Standort in seiner Heimatstadt Münster.
Mit neuen Formaten, einem überarbeiteten Ladenbaukonzept und einer verstärkten Digitalisierung wollen Luca Radau und sein Team insbesondere neue Zielgruppen ansprechen, die sich für genussvolles Essen interessieren. „Einiges werden wir bereits bei unserer Neueröffnung in Münster-Gremmendorf im März 2026 erlebbar machen,“ verspricht Luca Radau.
„Die Nachfolgeregelung markiert einen wichtigen Schritt in der Unternehmensgeschichte und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Superbiomarkt wieder einen gesunden Wachstumskurs verfolgt“, teilte das Unternehmen mit. Der Familienbetrieb – Sohn Janis ist Mitglied des Aufsichtsrates – war 2022 in die Insolvenz gerutscht und hatte sich anschließend erfolgreich saniert.
Michael Radau sieht Marktbereinigung im Bio-Fachhandel als unvermeidlich an
Trotz des Wechsels bleibe die Grundhaltung des Unternehmens stabil, teilte Superbiomarkt mit. Der Fokus liege weiterhin klar auf Qualität und Genuss, vorwiegend an den Frischetheken für Obst und Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse und Backwaren. „Was die Grundwerte unseres Unternehmens angeht, verfügen wir über eine hohe Stabilität – auch in dieser Generationswechselphase. Vielleicht werden wir uns an der einen oder anderen Stelle etwas professionalisieren“, erklärte Michael Radau.
Der Bio-Pionier betonte die Notwendigkeit eines qualitativ guten Bio-Fachhandels angesichts der zunehmenden Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Gleichwohl halte er eine Marktbereinigung im Bio-Fachhandel für unvermeidlich, so Radau. Vor seinem Austritt aus der Unternehmensleitung ruft er die Bio-Branche zu mehr Innovation und einer klareren Zieldefinition auf. Verbände müssten professioneller agieren und gemeinsam Systeme etablieren, die ein hohes Vertrauen in den Mehrwert von Verbandsware schaffen. Sohn Luca hat sich für den Wiedereintritt in den Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) entschieden, um den Wandel im Fachhandel mitzugestalten.
Zurücklehnen wird sich Michael Radau nach seinem Rückzug nicht. Stattdessen wolle er sich künftig verstärkt seinen Ehrenämtern widmen. Radau ist unter anderem Präsident des Handelsverbandes in Nordrhein-Westfalen und Vizepräsident des HDE sowie der IHK Nord Westfalen.
Sein Rat an die Söhne: „Immer darauf zu achten, dass sie Spaß bei der Sache haben und nicht nur im engeren Umfeld, sondern im gesamten Unternehmen Mitarbeiter um sich scharen, die das mit großer Leidenschaft machen. Meine Söhne sollen ihre eigenen Fußstapfen setzen.“
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