Nach dem umfassenden Umbau des Naturland-Vorstands gibt es nun auch bei Demeter eine große Veränderung. Der Bio-Anbauverband hat sich überraschend und mit sofortiger Wirkung von seiner Vorständin Chirine Etezadzadeh getrennt. „Der bestehende Vertrag wird im gegenseitigen Einvernehmen unter Einhaltung der vereinbarten Fristen beendet“, teilte Demeter in einer knappen Erklärung mit.
„Ich habe die vergangenen Monate genutzt, um mich für eine zukunftsfähige Entwicklung des Verbandes einzubringen und wesentliche Impulse zu setzen. Für die nächsten Schritte wünsche ich dem Demeter e.V. viel Erfolg bei der Umsetzung der Strategie“, zitiert der Verband Etezadzadeh. „Wir wünschen Frau Prof. h.c. Dr. Etezadzadeh für ihren weiteren beruflichen Weg alles Gute“, sagte Friederike Roll, Aufsichtsratsvorsitzende des Demeter e.V..
Etezadzadeh hatte den Posten der Demeter-Bundesvorständin erst seit Anfang Mai inne. Sie folgte auf Matthias Deppe, der das Amt nach dem Ausscheiden des langjährigen Vorstands Alexander Gerber interimsmäßig begleitet hatte.
„Erfahrene Strategieexpertin“ sollte neue Impulse setzen
Mit Etezadzadeh an der Spitze hatte sich Demeter neue Impulse erhofft. „Wir sind davon überzeugt, dass ihre Expertise und ihr Engagement einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Demeter e.V. leisten werden“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Holzapfel bei der Verkündung der Personalie Ende April. Demeter präsentierte Etezadzadeh seinerzeit als „eine erfahrene Strategieexpertin mit weitreichender Expertise in Unternehmensführung, Markenentwicklung und Transformationsprozessen“.
In einem Interview mit BioHandel kurz nach ihrem Start als Bundesvorständin formulierte Etezadzadeh ein klares Ziel für sich: „Ich werde merken, dass ich angekommen bin, wenn sich Gemeinschaftlichkeit und ein konstruktives Miteinander weiter verfestigt haben, erste Vorhaben erfolgreich umgesetzt wurden, und unsere strategischen Impulse beginnen, Wirkung zu entfalten.“
Gründe für die Entscheidung an der Verbandsspitze nannte Demeter nicht. Sie scheint aber zumindest so kurzfristig gefallen zu sein, dass der Verband in seiner Erklärung nicht einmal eine Interimslösung für den nun vakanten Bundesvorstandsposten kommunizieren konnte. Entsprechende Nachfragen von BioHandel blieben unbeantwortet.
Kommentare
Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.