Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) hat auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin einen Generationswechsel im Vorstand eingeleitet. Neu in das Führungsgremium gewählt wurde Luca Radau vom Superbiomarkt. Mathilde Szczesny von Aries Umweltprodukte erhielt von den Mitgliedern erneut das Vertrauen.
Bekam Standing Ovations: Roswitha Weber, die nach 10 Jahren ihren Vorstandsposten beim BNN abgab.
Gemeinsam mit Daniela Feldt (Bio Company), Thomas Hölscher (Naturkost Erfurt) und Volkmar Spielberger (Spielberger Mühle) bilden Radau und Szczesny künftig den fünfköpfigen Vorstand des BNN. Gleichzeitig schieden mit Roswitha Weber (Biogarten) und Gerhard Bickel (Ebl Naturkost) zwei Persönlichkeiten aus dem BNN-Vorstand aus, die den Verband und die Branche über viele Jahre geprägt haben. Weber gehörte seit 2016 dem BNN-Vorstand an, seit 2017 leitete sie diesen. Im selben Jahr wechselte Bickel aus dem Kuratorium in den Vorstand.
Neben den Personalentscheidungen stand die Zukunft des Bio-Fachhandels im Mittelpunkt der zweitägigen Versammlung. In einem Workshop in Kooperation mit der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) diskutierten rund 100 Vertreterinnen und Vertreter der Branche darüber, wie sich der Bio-Fachhandel in einem zunehmend konzentrierten Markt behaupten kann.
Über Verbandsgrenzen hinweg handeln
Im Fokus der Debatten standen veränderte Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher. Nach Einschätzung der Teilnehmenden suchen Kundinnen und Kunden heute stärker nach Orientierung, unkomplizierten Angeboten und positiven Einkaufserlebnissen. Tenor der Beteiligten war laut BNN, dass die Branche ihre Kommunikation und Ansprache weiterentwickeln müsse. Künftig sollten emotionale Aspekte und gesunder Genuss stärker in den Vordergrund rücken. Das erfordere auch eine neue Art der Zusammenarbeit von Herstellungs- und Handelsunternehmen.
Ein weiteres Fazit der Beratungen: Die Herausforderungen für den Bio-Fachhandel lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Themen wie Rohwarenverfügbarkeit, gesetzliche Vorgaben, Sortimentsgestaltung und die Positionierung gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern betreffen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Entsprechend sprachen sich die Mitglieder für eine engere Zusammenarbeit aller Unternehmen in diesem Sektor aus. „Die Herausforderungen der kommenden Jahre machen weder an Unternehmens- noch an Verbandsgrenzen halt“, sagte Volkmar Spielberger. Bereits auf der Biofach hatte BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel plädiert: „Wenn wir den Bio-Mittelstand erhalten und weiterentwickeln wollen, müssen wir uns konsequenter und besser organisieren.“
Wie wichtig der Austausch innerhalb des Verbands ist, zeigte der Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr. Nach Angaben des BNN nahm die Zahl relevanter gesetzlicher Regelungen und Änderungen weiter zu. Diese seien sowohl politisch begleitet, als auch für die Mitglieder eingeordnet und in Praxishilfen und Beratung übersetzt worden, teilte der BNN mit. Seit Mai 2025 beschäftigte sich der Verband mit 34 Gesetzesvorhaben. Zugleich verzeichnete der BNN im Berichtszeitraum elf neue Mitgliedsunternehmen.
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