Das Bio-Kontroll Institut BKI (DE-ÖKO-073) aus Kirchberg an der Jagst hat erstmals in Deutschland eine Bio-Gruppenzertifizierung durchgeführt. Als erste zertifizierte Unternehmergruppe erhielt der neu gegründete Imkerverein Apibio aus Heilbronn im Oktober 2025 sein Gruppenzertifikat, teilte das Bio-Kontroll Institut mit. Die rund 30 Mitglieder hatten zuvor ein internes Kontrollsystem (IKS) aufgebaut, das die Grundlage für die neue Zertifizierungsform bildet.
Die EU-Bio-Verordnung ermöglicht Erzeugergruppen in Europa erst seit 2022 eine gemeinsame Bio-Zertifizierung. Das Modell verspricht laut BKI mindestens 50 Prozent Kostenersparnis, da künftig nur noch rund fünf Prozent der Betriebe extern kontrolliert werden – jedoch mindestens zehn Mitglieder. Die restlichen Prüfungen übernimmt das interne Kontrollsystem der Gruppe. Laut BKI lohnt sich die gemeinschaftliche Zertifizierung bereits ab einer Gruppengröße von rund 30 Mitgliedern.
Besonders für kleinteilige Strukturen wie Imkerei, Weinbau oder Streuobst sieht das BKI großes Potenzial. Viele Erzeugergemeinschaften kämpfen mit steigenden Kosten, einige mussten ihre Bio-Zertifizierung bereits aufgeben. Die Gruppenzertifizierung soll ihnen den Wiedereinstieg erleichtern und langfristig sichern.
Kommentare
Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.