Am 7. Oktober wird im Europäischen Parlament über eine Beschlussempfehlung zur Änderung der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) abgestimmt. Die GMO regelt den EU-Binnenmarkt mit Agrarprodukten. Der Agrarausschuss fordert unter anderem, Begriffe wie „Burger“, „Wurst“ und „Schnitzel“ künftig ausschließlich Produkten tierischer Herkunft vorzubehalten. In Deutschland ist die Verwendung dieser Begriffe bislang auch zur Bezeichnung pflanzlicher Alternativen zu Fleisch- und Wurstwaren erlaubt.
21 Unterzeichner, darunter Aldi Süd Deutschland, Lidl in Deutschland, Rügenwalder Mühle und die Ernährungsorganisation Proveg, wenden sich in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Die Hersteller, Lebensmitteleinzelhändler und Gastronomen befürchten, die EU könne „den größten Markt für Alternativprodukte in Europa“ ausbremsen.
Proveg verweist auf eine Prognose des Beratungsinstituts Systemiq, der zufolge der Wirtschaftszweig binnen 20 Jahren bis zu 65 Milliarden Euro zur deutschen Wirtschaftsleistung beitragen und bis zu 250.000 neue Arbeitsplätze schaffen könne, darunter allein 40.000 in der Landwirtschaft. Im Falle eines Verbots drohten dagegen weitreichende Nachteile, die sich auf den EU-weiten Export auswirken könnten. Dies wäre ein verheerendes Signal mit Blick auf das stagnierende Wirtschaftswachstum hierzulande und hohe Zölle im Außenhandel, warnt Proveg.
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