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Naturkost Nord muss saniert werden

Großhändler

Seit Jahren steht Naturkost Nord unter wirtschaftlichem Druck. Auch der Einstieg von Kornkraft Naturkost konnte nicht verhindern, dass der Großhändler nun ein Insolvenzverfahren beantragen musste.

Der Bio-Großhändler Naturkost Nord befindet sich in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das zuständige Insolvenzgericht habe einer vorläufigen Eigenverwaltung zugestimmt, teilte das Unternehmen mit. Der Geschäftsbetrieb werde fortgeführt. „Für Naturkost-Nord-Kunden ergeben sich keine Änderungen für Bestellungen und Belieferungen“, versicherte der Großhändler.  

Mit der vorläufigen Eigenverwaltung will Naturkost Nord die Voraussetzungen für eine geordnete Sanierung schaffen. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb wirtschaftlich zu stabilisieren, Kosten- und Organisationsstrukturen anzupassen und eine tragfähige Fortführungslösung zu entwickeln. „Die Eigenverwaltung gibt uns die Möglichkeit, notwendige Veränderungen geordnet anzugehen und den Geschäftsbetrieb fortzuführen", sagte Geschäftsführerin Katarina Schritt. Das Ziel sei, „die über viele Jahre gewachsenen regionalen Erzeuger- und Vermarktungsstrukturen zu erhalten und Naturkost Nord zukunftsfähig aufzustellen“.

Naturkost Nord steht seit Jahren unter wirtschaftlichem Druck. Um den Betrieb zu stabilisieren, war im Jahr 2025 Kornkraft Naturkost als Gesellschafterin ins Unternehmen eingestiegen. Robin und Nina Schritt, die in zweiter Generation Kornkraft Naturkost leiten, zogen neben Matthias Deppe in die Geschäftsführung bei Naturkost Nord ein. Anfang 2026 schied Matthias Deppe aus der Geschäftsführung bei Naturkost Nord aus. Ein aktueller Handelsregisterauszug listet Nina Schritt als alleinige Geschäftsführerin aus, Robin Schritt hat Einzelprokura. 

Mit dem Einstieg von Kornkraft bei Naturkost Nord kündigten die Großhändler an, ihre Kooperation in den Bereichen Lager, Sortiment und Logistik erweitern zu wollen. Knapp ein Jahr später seien zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, Prozesse zusammengeführt und Strukturen gebündelt worden, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, teilte Naturkost Nord mit. Dennoch konnte die finanzielle Situation nicht dauerhaft stabilisiert werden. Ein wesentlicher Belastungsfaktor waren demnach bestehende Kostenstrukturen, insbesondere im Bereich der Logistikflächen, die kurzfristig nicht ausreichend angepasst werden konnten.

In den kommenden Wochen und Monaten muss der Großhändler ein Sanierungskonzept erarbeiten. Begleitet wird das Unternehmen dabei von der Kanzlei Kösterberner. Die Geschäftsführung bleibt im Amt und führt das Unternehmen unter der Aufsicht eines gerichtlich bestellten vorläufigen Sachwalters weiter.

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