Trotz eines „schwierigen Milchmarktes mit steigenden Mengen und hohem Preisdruck“ hat die Molkerei Berchtesgadener Land im Geschäftsjahr 2025 ihre Verarbeitung auf ein Rekordniveau von 392 Millionen Kilogramm gesteigert. Diese Bilanz zog die Genossenschaft bei der 94. Generalversammlung im April.
Weltweit steigende Milchmengen erschwerten Preiserhöhungen, gleichzeitig wachse der Druck durch kurzfristige Aktionspreise. Umso wichtiger sei eine breite Absatzstruktur, die neben dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel und dem Naturkosthandel auch Onlinehandel und Export einschließe, teilt die Molkerei in einer Pressemeldung mit.
Um die Abhängigkeit vom deutschen Markt zu verringern, solle der Export zukünftig eine größere Rolle spielen. Geplant sei eine „vorsichtige Internationalisierung“. Absatzkanäle sollen laut der Genossenschaft systematisch ausgebaut werden, um zusätzliche Märkte für die wachsenden Milchmengen zu erschließen. „Der Export wird dabei als Ergänzung und stabilisierender Faktor in einem volatilen Umfeld verstanden, nicht als Abkehr vom Heimatmarkt“, heißt es weiter.
Bewusster Verzicht der Molkerei auf pflanzliche Alternativen
Dr. Birgit Reinisch, Oberärztin am Darmkrebszentrum des Klinikums Traunstein, informierte bei der Generalversammlung über die Einflüsse von Milchprodukten auf die Darmgesundheit.
Das zweite große Thema neben der internationalen Ausrichtung des Geschäfts war die gesundheitliche Bedeutung von Milchprodukten. In einem medizinischen Impulsvortrag ordnete Dr. Birgit Reinisch, Oberärztin am Darmkrebszentrum des Klinikums Traunstein, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Darmgesundheit und Prävention ein.
Nach neuen Leitlinien könne der regelmäßige Verzehr von rund 400 Gramm Milch oder Milchprodukten pro Tag das Risiko für Darmkrebs messbar senken. Auch fermentierte Produkte wie Joghurt oder Kefir stärken laut der Expertin das sogenannte Mikrobiom und unterstützen damit Immunsystem und Stoffwechsel.
Berchtesgadener-Geschäftsführer Bernhard Pointner sprach von einem „wichtigen Signal“: Milch werde wieder zunehmend als vollwertiges, gesundes Lebensmittel wahrgenommen. Diese Entwicklung bestätige den eingeschlagenen Kurs der Genossenschaft, die bewusst auf pflanzliche Alternativen verzichtet und stattdessen die Kuhmilch aus regionaler Erzeugung in den Mittelpunkt stellt.
Bei der Ausrichtung des Produkt-Portfolios habe die Molkerei darauf reagiert: Mit Erzeugnissen wie Körniger Frischkäse und Skyr reagiere die Molkerei auf die wachsende Nachfrage nach proteinreichen, fettarmen und zugleich naturbelassenen Lebensmitteln. Die Molkerei wolle diesen Trend nutzen, „um neue Wachstumsmärkte zu erschließen und zusätzliche Wertschöpfung aus der regional erzeugten Milch zu generieren“.
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