Ladner aus dem Allgäu haben den Naturkosthersteller Rapunzel für die Zusammenarbeit mit der regionalen Handelskette Feneberg kritisiert. Wie Rapunzel-Sprecherin Heike Kirsten bestätigt, stellt das Unternehmen Produkte für die neu eingeführte Marke FeBio her. Aus Sicht der Ladner wird dadurch der Wettbewerb für den Fachhandel verschärft.
Erst kürzlich hatten Feneberg und Alnatura die Zusammenarbeit wegen unterschiedlicher Auffassungen beendet. Mit FeBio hat die Allgäuer Handelskette jetzt eine eigene Bio-Linie aufgebaut. Dass es sich dabei auch um Rapunzel-Produkte handelt, hat Olav-Carsten Kessler, Inhaber des Bio-Marktes in Wangen, nach eigenem Bekunden anhand des EAN-Codes (erste acht Ziffern gleich) erkannt. Außerdem sei das Verpackungs-Design ähnlich.
Der Naturkosteinzelhändler sieht durch zum Teil erhebliche Preisunterschiede Wettbewerbsnachteile. So werde bei Feneberg das Pfund Quinoa für 1,99 Euro angeboten, während der empf. VK von Rapunzel für den Fachhandel mit 2,99 Euro angegeben sei. Allerdings enthalte das Sortiment auch Produkte, die teurer seien oder auf gleichem Preisniveau lägen wie die entsprechende Fachhandelsware.
Rapunzel-Sprecherin Heike Kirsten sieht das Engagement bei Feneberg als normalen Vorgang: „Wenn wir die Ware nicht verpacken würden, würde es ein anderer Hersteller tun“, sagt sie. „Das Privat Label-Geschäft nutzen wir, um die Stückkosten in der Produktion zu senken.“ Die Marke FeBio werde nur zum Teil von Rapunzel produziert. Ein großer Teil stamme von anderen renommierten Herstellern. Eine Ähnlichkeit des Verpackungs-Design kann sie nicht erkennen: „Feneberg hat das Design mit seiner Agentur unabhängig von Rapunzel entwickelt.“
Im Übrigen sei für die Endverbraucher nicht erkennbar, dass die Produkte von den Legauern stammten. Der ursprüngliche Wunsch der Handelskette, die Fachhandelsmarke zu listen, sei abgelehnt worden. „Die Marke Rapunzel ist fachhandelstreu und wird ausschließlich dem Fachhandel vorbehalten bleiben“, versichert Heike Kirsten.
Dass der LEH zunehmend auf eigene Bio-Marken setzt und dadurch von Fachhandelsherstellern produzierte LEH-Marken wie Bio Gourmet zurückgedrängt werden, verneint die Rapunzel-Sprecherin. Mit der eigenen Bio-Marke decke der konventionelle Handel lediglich ein Basis-Angebot ab. Weil die Kunden Auswahl verlangten, liste der LEH zusätzliche Marken. Vor diesem Hintergrund habe sich Bio Gourmet in den vergangenen Jahren gut entwickelt.
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