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Gastkommentar

Saubere Luft als neue Ernährungsfrage

Pestizide bleiben nicht auf dem Acker, sondern gelangen über die Luft weit über Anbauflächen hinaus. Yvi Scholz vom Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft erklärt, warum das politische Konsequenzen braucht und was jetzt gefordert wird.

Pestizide stoppen nicht am Ackerrand. Sie verbreiten sich über die Luft – bis in Städte, auf Spielplätzen, in Gärten, Wälder und Wohnungen. Die Gifte, die eigentlich Pflanzen schützen sollten, sind längst Teil unseres Alltags und hinterlassen Spuren in unserer Umwelt. 

Wie weitreichend diese Belastung ist, zeigt eine vom Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft gemeinsam mit dem Umweltinstitut München beauftragte Luftstudie: An 163 Messpunkten in ganz Deutschland wurden Rückstände von 138 Pestizidwirkstoffen nachgewiesen – selbst fernab von Anbauflächen. 

Pestizide in der Luft

Die Ergebnisse ließen keinen Zweifel: Es braucht politische Konsequenzen. Daher wandten sich im Sommer das Bündnis und über 100 Mitzeichnende mit einem Offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesumweltminister Carsten Schneider. 

Darin fordern sie unabhängige Zulassungsverfahren, ein bundesweites Luftmonitoring, Transparenz über Spritzdaten – und vor allem wirksamen Schutz für Bio-Betriebe, die bisher die Folgen von Abdrift und Kontamination allein tragen. 

Zur Person

Yvi Scholz ist beim Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft (BEL) für die Kommunikation zuständig.

Forderungen an die Politik

Während Pestizidhersteller Gewinne erzielen, müssen Bio-Landwirtschaftsbetriebe hohe Kosten für Analytik und mögliche Ernteverluste schultern. Deshalb braucht es einen Pestizidschadensfonds, der Belastungen dort ansetzt, wo sie entstehen, sowie eine risikobasierte Pestizid-Abgabe, die Anreize zur Reduktion schafft und Einnahmen in nachhaltige Strukturen der Landwirtschaft lenkt. 

Wer zahlt für die Schäden?

Um diesen Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat das Bündnis die Petition „Raus aus der Pestizid-Ära“ gestartet – um aufzuklären, Bewusstsein zu schaffen und allen die Möglichkeit zu geben, ihre Stimme für eine pestizidfreie Zukunft abzugeben. Die ökologische Land- und Ernährungswirtschaft zeigt seit Jahren: Es geht auch ohne Pestizide – erfolgreich und im Einklang mit der Natur. 

Jetzt braucht es Rückhalt aus Branche und Gesellschaft – jede Stimme zählt. Denn: Clean Eating braucht Clean Politics.

Transparenzhinweis

Der bio verlag, zu dem BioHandel gehört, ist Förderpartner des Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft.

Über den QR-Code mitzeichnen – für eine enkeltaugliche Zukunft

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