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Natural Cosmetics Hub: Neue Bühne für Naturkosmetik

Networking-Event

Was Naturkosmetik-Hersteller sich von einer Messe wünschen? Alexander Vollbach von Niyok weiß es. Er hat ein eigenes B2B-Veranstaltungsformat geschaffen – und er hat weitere Pläne. Ein Bericht von der Premiere. 

„Naturkosmetik ist nicht tot – im Gegenteil!“, sagt Alexander Vollbach, General Manager der Naturkosmetik-Marke Niyok. Während auf der diesjährigen Biofach 2026 Naturkosmetik kaum noch sichtbar war, präsentierte er ein neues Business-Event.

Zeitgleich zur Biofach fand im Südwesten Nürnbergs der zweitägige Natural Cosmetics Hub statt, eine B2B-Veranstaltung im Kleinformat. Mit dabei waren die Unternehmen Bioturm, Cosmondial, Farfalla, Greendoor, Herbalind, Kost Kamm, Mádara, Niyok/Titania, Raw, Speick, Spavivent sowie Und Gretel. Sie zeigten ihre Marken in drei Räumen eines Seminarhotels. 

Das Ziel: Einkäufer treffen, statt Lieferanten

Eine neue Bühne für Naturkosmetik zu schaffen – diesen Impuls hatte Alexander Vollbach auf der Biofach 2025. Damals fand – erstmals seit 18 Biofach-Jahren – keine eigenständige Vivaness mehr statt und Naturkosmetik war auf dem Messegelände verteilt. Die Unzufriedenheit der langjährigen Aussteller wie Niyok und auch Kost Kamm war groß.

Business-Gespräche mit Einkäufern führen, statt Standbesuche von Lieferanten zu moderieren, die ihm alles mögliche verkaufen wollen – das ist Vollbachs eigener Wunsch an eine Messe. Zwar ist Niyok – wie das Mutterunternehmen Titania – auch auf internationalen Messen unterwegs, von Bologna bis Dubai. Aber ein Format, das die Vivaness ersetzt, fehlte in Vollbachs Augen. 

In der Folge hat er sein Naturkosmetik-Netzwerk mobilisiert, gemeinsam mit einem zweiköpfigen Team ein neues Veranstaltungskonzept erarbeitet und die zweitägige Messe organisiert. „Aus einer innovativen Idee entstand ein Format. Damit wurde uns auch Verantwortung in die Hand gelegt“, sagte Vollbach gegenüber dem BioHandel. 

Besucher aus 20 Ländern

Am Mittwoch und Donnerstag der Biofach-Woche fand der erste Natural Cosmetics Hub in Nürnberg statt. An kleinen Ständen, die um Tagungstische herum so simpel wie liebevoll gestaltet wurden, stellten 13 Naturkosmetik-Unternehmen ihre Produkte aus. „Wir können Marke, und das soll man auch sehen“, sagte Vollbach, der Banner, Flags und Einlasskarten in einem eigenen Corporate Design organisierte, ebenso wie einen Shuttle-Verkehr von der Messe zum Seminarhotel.

Laut Vollbach kamen unter anderem Einkäufer großer Drogerien, Bio-Supermärkte und -Großhändler sowie internationale Besucher aus 20 Ländern zur Veranstaltung. Aussteller und Veranstalter werten den Auftakt als Erfolg. Ewa Schiffmann von Spavivent berichtete am Abend des ersten Tages: „Es war fantastisch: All unsere Großkunden kamen. Wir konnten persönlich und ohne Stress sprechen.“ Viele Aussteller waren der Meinung: Der Spirit der Veranstaltung sei „wie bei der Vivaness früher“.  

Strenge Akkreditierung

Anja und Martin Kost vom Bürsten-Hersteller Kost Kamm waren im vergangenen Jahr Nachbarn von Niyok bei der Biofach – in einer Halle ohne weiteren Bezug zu Naturkosmetik und in Sichtweite zu Lidl. Sie hatten die Platzierung gegenüber dem BioHandel kritisiert. Als sie von der Idee des neuen Formats erfuhren, wollte sie dabei sein. Auch sie bezeichnen das Konzept als gelungen und in seinem originellen Format vielversprechend.

Alexander Vollbach wurde in Nürnberg vielfach auf die Schulter geklopft für seine Leistung, ein Hotel zu finden, Regeln für die Akkreditierung zu erarbeiten, der Idee ein Gesicht zu geben. „Nicht nur reden, sondern machen – Alexander hat das geschafft“, lobte Stephan Bartmann von Spavivent.

Vollbachs Maxime lautet: „Wir brauchen Feedback für unsere Ideen. Aber nur von dem Publikum, das von Interesse ist.“ Deshalb lief auch die Akkreditierung über seinen Schreibtisch. Zugelassen wurden allen voran Distributoren und Einkäufer, wenige Journalisten und nur einige Influencer. Lieferanten wurden nicht zugelassen.

Der Fokus sollte auf den Gesprächen liegen, und der Plan ging laut den Teilnehmern auf. „Wir hatten so viele Kontakte heute. Und wenn jemand vorbeikam, während man gerade im Gespräch war, wusste man, derjenige kommt wieder vorbei“, sagte Stephan Bartmann. Ein Vorteil der kurzen Wege.

Biofach 2027 ohne Naturkosmetik?

Was diese Initiative in noch hellerem Licht strahlen lässt, war ein Umstand, von dem Alexander Vollbach während der Organisation noch nicht wissen konnte: Kurz vor dem Auftakt des Natural Cosmetic Hub gab die Biofach-Leitung ihre neuen Pläne für Veränderungen der Weltleitmesse 2027 bekannt. Die Rede war in diesem Zusammenhang auch von der Naturkosmetik, die „nicht länger Teil des Messekonzepts“ sein würde.

Diese Nachricht erwischte die verbliebenen Aussteller auf der Biofach zum Teil kalt. Für die Teilnehmenden am Natural Cosmetics Hub war das eine Bestätigung dafür, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Die Stimmung am Abend des ersten Ausstellungstages war entsprechend gut.  

Inzwischen ist die Biofach-Leitung von den Plänen für eine Öffnung der Messe und dem Aus für die Naturkosmetik vorläufig abgerückt. Auf der Biofach war vielerorts Kritik geäußert worden, jetzt sollen weitere Gespräche geführt werden. Für Alexander Vollbach stand bereits am ersten Abend fest, dass die Veranstaltung 2027 wieder stattfinden wird. 

Ob das Format um ein Begleitprogramm ergänzt wird, steht noch nicht fest. „Der Fokus liegt nach wie vor auf dem Handel, das hat sich bewährt“, so Vollbach. Weitere Seminarräume für eine Erweiterung stehen zur Verfügung. „Wir werden unsere Flächen so vergrößern, dass wir hoffentlich den ein oder anderen, der sich auf der Biofach nicht mehr Willkommen fühlt, mit aufnehmen können.“ Anmeldungen werden bereits entgegengenommen. 

Drei Fragen an Alexander Vollbach:

Alexander Vollbach, General Manager der Naturkosmetik-Marke Niyok

Wie lief die NCH-Premiere?
Wir sind glücklich und zufrieden, dass der Erfolg, der sich im Vorfeld schon abgezeichnet hat, sich auch eingestellt hat. Die Erwartungen wurden übertroffen. Wir konnten bereits tolle Listungszusagen verzeichnen. Auch andere Aussteller haben bereits kurz nach der Messe erste Erfolge vorzuweisen.

Was war das Feedback der Aussteller/Einkäufer auf die Veranstaltung und das Konzept?
Das Feedback aller Aussteller aber auch Einkäufer war durchweg positiv und voll des Lobes - das macht uns als Team NIYOK tatsächlich auch ein bisschen stolz. Und alle 17 Marken, die in diesem Jahr dabei waren, wollen 2027 wiederkommen. Wir mussten sogar eine Warteliste für neue Marken einrichten und bekommen immer neue Anfragen.

Wird der NCH wachsen?
Ja, der Natural Cosmetics Hub wird wachsen. Damit das Konzept so erhalten bleiben kann, also als Business Event mit klarem Fokus, werden wir im gesunden Maß wachsen und noch ein paar Marken dazu nehmen. Das heißt aber auch, dass wir leider nicht jeder Marke, die gerne dabei wäre, einen Platz für 2027 anbieten können. Ich arbeite mit meinem Team aktuell an weiteren Konzepten, um der Naturkosmetik wieder die Position in der Branche zu geben die Sie verdient. In einigen Wochen werden wir tolle Neuigkeiten zu verkünden haben.

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