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Edeka darf 178 Tegut-Filialen übernehmen

Verkauf

Das Bundeskartellamt hat den Verkauf von 178 Tegut-Standorten an Edeka genehmigt. Aus der Bio-Branche gibt es Kritik.

Edeka darf 178 Tegut-Standorte übernehmen. Das teilt das Bundeskartellamt mit. Zu den Standorten gehören auch die Herzberger Bäckerei in Fulda und das Tegut-Logistikzentrum im osthessischen Hünfeld, ebenso wie die 41 automatisierten Teo-Märkte. 

Ursprünglich hatte Edeka Interesse an 202 Märkten bekundet. Im August hatte das Bundeskartellamt wegen „erheblicher wettbewerblicher Bedenken“ den Verkauf großer Teile des Lebensmittelhändlers Tegut an Edeka zunächst jedoch nicht genehmigt und nun nach eigenen Angaben „weitreichende Nebenbestimmungen“ zur Bedingung gemacht. 

Bedingungen für die Übernahme

  1. Edeka muss nach diesen Nebenbestimmungen vier Jahre lang auf 24 Standorte verzichten. Das Verbot umfasst auch Miet- und Anschlussmietverträge und gilt für den gesamten Edeka-Verbund. Wer die Märkte zukünftig betreibt, ist offen.
  2. Zudem sagte Edeka zu, im Zusammenhang mit der Übernahme keine sogenannten „Hochzeitsrabatte“, also Konditionen ohne angemessene Gegenleistung, von Lieferanten zu fordern.
  3. Edeka und Tegut haben laut Bundeskartellamt versichert, keinen so genannten Bestwertabgleich anzustreben, bei dem Edeka die eigenen Einkaufskonditionen an möglicherweise günstigere Tegut-Konditionen anpassen würde. Edeka soll außerdem keinen Zugriff auf die Beschaffungskonditionen von Tegut erhalten.

„Das Bundeskartellamt hat seine Arbeit in den letzten Jahrzehnten nicht gut gemacht. Jetzt haben wir diese Macht-Konzentration, und die kriegen wir so schnell nicht mehr in den Griff.“

Handelsexpertin im Gespräch mit BioHandel

Die übernommenen Filialen sollen nun in den genossenschaftlichen Edeka-Verbund integriert werden. Ein Teil davon soll künftig von Netto Marken-Discount betrieben werden. 

In der Branche habe „niemand ernsthaft damit gerechnet, dass Edeka die Übernahme komplett untersagt wird“, sagte eine Branchenkennerin gegenüber BioHandel. 

Zwar hatte Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes, im August darauf hingewiesen, dass „der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland von den vier großen Handelskonzernen – Edeka, Rewe, der Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland) sowie Aldi (Aldi Nord/Aldi Süd) – geprägt wird, auf die zusammen inzwischen mehr als 90 Prozent der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel entfallen“. Allein diese hohe Konzentration reiche kartellrechtlich aber nicht aus, um einen Zusammenschluss zu untersagen. 

Und: Was wäre die Alternative zur Übernahme durch Edeka gewesen? „Die Läden würden früher oder später geschlossen, die Mitarbeitenden entlassen und schließlich hätten die großen Vier die Fläche gekauft“, mutmaßte die Handelsexpertin im Gespräch mit BioHandel. „Effektiv hat das Bundeskartellamt seine Arbeit in den letzten Jahrzehnten nicht gut gemacht. Jetzt haben wir diese Macht-Konzentration, und die kriegen wir so schnell nicht mehr in den Griff.“

Entscheidung zu Rewe-Übernahme steht noch aus

Die Rewe Group hatte ebenfalls angekündigt, rund 40 Märkte ins Rewe-Vertriebsnetz zu integrieren. Einige der Märkte sollen von der Rewe-Tochter Penny betrieben werden. Die Genehmigung durch das Bundeskartellamt steht noch aus. 

Bereits im Juni hatte die Behörde dem Bremer Smartstore-Betreiber Enso E-Commerce die Übernahme von 36 Tegut-Standorten genehmigt. Die Umstellung der Filialen ist bereits in vollem Gange. 

Lesen Sie mehr zur Übernahme der Tegut-Filialen:

Aus Tegut wird Tante Enso: So läuft die Umstellung ab

Standortübernahme

Das Bremer Unternehmen Enso E-Commerce übernimmt 36 Tegut-Filialen und macht aus ihnen hybride Tante-Enso-Läden. Wie die Umstellung abläuft, zeigt der Fahrplan für den Standort Poppenhausen in der hessischen Rhön.

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