Der Chiemgauer Naturkosthandel schließt zum Ende des Jahres. Der regionale Bio-Großhändler beliefert seit 1985 den Fachhandel und die Gastronomie im südbayerischen und angrenzenden österreichischen Raum und ging ursprünglich aus dem Naturata-Depot Kirchstätt hervor. Laut Geschäftsführer Fritz Huber beliefert der Chiemgauer Naturkosthandel überwiegend den inhabergeführten Naturkost-Einzelhandel, aber auch Abokisten, Hofläden und die ökologisch orientierte Gastronomie.
Es sei nicht gelungen, eine Unternehmensnachfolge umzusetzen oder einen Käufer für den Großhandel zu finden. Auch seien die Umsätze seit drei Jahren rückläufig – bei gestiegenen Kosten, etwa bei der Lieferlogistik –, was ein wirtschaftliches Arbeiten kaum noch möglich mache. Insbesondere, da größere Investitionen in den Fuhrpark, die Software und die Warenwirtschaft anstünden.
„Wir haben zuletzt einen Umsatz von rund 12 Millionen Euro jährlich erwirtschaftet. Mit 80 Kunden haben wir etwa 80 Prozent des Umsatzes generiert“, so Huber gegenüber dem BioHandel. Dabei habe der Anteil der Außer-Haus-Verpflegung am Umsatz rund sieben Prozent betragen, der Löwenanteil wurde mit dem Fachhandel erwirtschaftet.
Belieferung bis zum 31. Dezember
Der Betrieb wird laut Huber zum 31. Dezember eingestellt, bis dahin werden die bestehenden Kunden in vollem Umfang beliefert. Danach übernehmen dann andere Großhändler die ehemalige Chiemgauer-Kundschaft. „Ich schätze es so ein, dass alle unsere Großhandels-Kollegen etwas vom Kuchen abbekommen“, so Huber.
Ökoring in Mammendorf sei der nächstgelegene regionale Vollsortimenter und ebenso wie der Chiemgauer Naturkosthandel ein Verbundpartner von Echt Bio. „Da für die meisten unserer Kunden Regionalität ein hoher Wert ist, könnte dort nach meiner Einschätzung ein größerer Teil der Umsätze landen“, erklärt Huber. Daneben stünden den Chiemgauer-Kunden natürlich auch viele andere Großhändler wie Bodan, Weiling, Tagwerk, Epos, Dennree oder Biogast zur Verfügung.
Kommentare
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sehr schade. ich wünsche Fritz alle gute für seinen wohlverdienten Ruhestand, so er ihn genießen kann. Es wird immer schwieriger Nachfolger zu finden.