Biohandel

Erfolgreich mit Bio handeln.

BioMärkte

Denns baut Franchise-Märkte aus

In Hanau stand der einzige Bioladen der Stadt vor dem Aus. Nun wird der Denns BioMarkt als Franchise weitergeführt. Und der nächste Denns dieser Art steht bereits in den Startlöchern.

Dieser Artikel wurde am 09.10.2025 um ein Interview mit dem Ladeninhaber Klaus Wolf ergänzt (am Ende dieses Artikels).

Der zeitweise vor dem Aus stehende Denns BioMarkt in Hanau wird zum 01.10. als Franchise-Betrieb weitergeführt. Den Markt im Postcarrée, einem Fachmarktzentrum am Westrand der Innenstadt, leitet künftig Markus Schönwolf. Laut Informationen der Stadt Hanau war Schönwolf zuletzt Geschäftsführer verschiedener Unternehmen im Bereich Bio-Lebensmittel. Seine Ausbildung absolvierte er bei Rewe, anschließend war er Bezirks- und Verkaufsleiter bei Penny.

Weil der Markt wirtschaftlich schlecht lief, hatte Dennree ursprünglich vor, diesen im September aufzugeben. Da die Suche nach einem neuen Standort ergebnislos blieb, hätte Hanau durch die Schließung seinen einzigen Bioladen im Stadtgebiet verloren.  

Dem unsicheren wirtschaftlichen Ausblick zum Trotz ist Schönwolf zuversichtlich: „Ich freue mich, hier mit meinem Team die Bio-Vielfalt von Denns für unsere Kundinnen und Kunden erlebbar zu machen und den Markt gemeinsam weiterzuentwickeln“, sagte er. Man wolle künftig noch stärker auf die Wünsche der Kunden eingehen. „Wir werden einen besonderen Fokus auf Regionalität und Produkte direkt aus der Umgebung setzen“, so Schönwolf.

Weiterer Franchise-Denns eröffnet in Halle

Für Denns wird es der insgesamt achte BioMarkt sein, der im Franchise-Modell von einem selbstständigen Händler geführt werden wird. Der älteste Franchise-Markt befindet sich seit 2008 in Siegen und wird von Klaus Wolf betrieben (siehe auch Interview am Ende dieses Artikels).

Ein weiterer Denns-Franchise-Markt steht bereits in den Startlöchern: Am 4.9. wird er in der Ludwig-Wucherer-Straße in Halle eröffnet. Betreiber ist Fabian Otto, der zuvor zwei Naturata BioMärkte in der Stadt betrieben hatte, die geschlossen wurden. 

Dass der neue Denns BioMarkt in Halle als Franchise geführt wird, „war eine individuelle Entscheidung, die im Rahmen der Standortentwicklung getroffen wurde“, sagt Joseph Nossol, Geschäftsführer der Denns-Tochter Denns BioMarkt. „Franchise-Märkte entstünden bei Denns stets durch individuelle Gespräche und gemeinsame Entscheidungen mit interessierten Partnerinnen und Partnern, so Nossol.

Umfassendes Leistungspaket im Franchise-Modell

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den im Franchise geführten Denns BioMärkten und den zahlreichen selbstständigen BioMärkten liegt in der Art der Unterstützung und Struktur. „Als Denns Franchise-Partner erhalten Händlerinnen und Händler ein umfassendes Leistungspaket, das ihnen ermöglicht, sich gezielt auf ihre individuellen Schwerpunkte zu konzentrieren“, erklärt Nossol. „Sortiment, Marketingkonzepte, Warenwirtschaft und Kassensystem sind systematisch miteinander verknüpft und verursachen nur geringen administrativen Aufwand.“

Selbstständige BioMärkte im Händlerverbund müssen hingegen eigenständig entscheiden, welche Unterstützungsleistungen des Dennree-Großhandels sie nutzen und wie sie diese integrieren. „Dies erfordert ein höheres Maß an Eigeninitiative und Profilbildung, bietet aber auch mehr Gestaltungsspielraum“, sagt Joseph Nossol. Selbstständige BioMärkte sind unter anderem freier in der Entscheidung, wie sie ihr Sortiment gestalten und wie sie ihr Geschäft strategisch ausrichten.

Klaus Wolf: „Die Partnerschaft mit Denns hat zu unserem Erfolg beigetragen“

Klaus Wolf teilt sich die Geschäftsführung mit drei weiteren Kolleginnen.

Herr Wolf, Sie haben 2008 den ersten Denns-Markt im Franchise-Modell eröffnet. Wie kam es dazu?
Klaus Wolf: Mein inzwischen ausgeschiedener Kollege und ich hatten zu diesem Zeitpunkt bereits einen recht modernen Biomarkt mit 300 Quadratmetern, der aber umsatzmäßig aus allen Nähten platzte. Sowohl unser Unternehmensberater Klaus Braun als auch unser Großhändler Dennree haben uns deshalb dazu geraten, noch einen zweiten Markt zu eröffnen. Wir haben dann entschieden, Dennree beziehungsweise den Gründer und Geschäftsführer Thomas Greim zu fragen, ob eine Partnerschaft eine Option wäre.

Das war es offensichtlich.
Ja. Wir haben einen optimalen Standort gefunden und gemeinsam mit Denns den Laden geplant und eröffnet. Damit waren wir erster unabhängiger Denns-Franchisepartner. Heute hat der Markt eine Fläche von 900 Quadratmetern. Dass wir einmal so erfolgreich und umsatzstark würden, konnte damals noch niemand ahnen.

Was waren für Sie die wichtigsten Argumente für das Franchise-Modell mit Denns?
Motivation für diese Partnerschaft war für uns vor allem, dass wir nicht alles selbst machen müssen. Beispielsweise wird das Sortiment von etwa 10.000 Artikeln zum größten Teil von der Denns-Zentrale gepflegt. Lediglich um unser individuelles Filialsortiment und um unser regionales Sortiment kümmern wir uns selbst. Heute ist durch den Biomarkt-Verbund und die damit verbundene Sortimentsgestaltung dieser Gesichtspunkt sicherlich nicht mehr so von Belang.

Was noch?
Der moderne Auftritt nach außen und die diversen Marketingmaßnahmen – im Markt und nach außen – waren und sind ein weiteres Argument für die Partnerschaft. Und natürlich profitieren wir auch von der Bekanntheit der Marke Denns, auch wenn wir immer bemüht sind, unsere Individualität und Besonderheit als inhabergeführter Denns deutlich zu machen. Außerdem ist die Denns-Kundenkarte ist ein sehr erfolgreiches Kundenbindungssystem, das weit über 50 Prozent unserer Kunden nutzt.

Sehen Sie auch Nachteile beim Franchise-System?
Der größte Nachteil ist sicherlich, dass es nur wenige weitere Partner und somit kein wirkliches Franchise-System gibt. Das führt in der Zentrale manchmal dazu, dass wir „vergessen“ werden und nicht frühzeitig für uns mitgedacht wird. Auch müssen alle Änderungen im Artikelstamm von Denns ausgeführt werden, was manchmal aufwendiger erscheint, als wenn wir schnell mal einen Artikel selbst anlegen.

Ihr Fazit?
Viele der Vorteile, die wir durch die Partnerschaft haben und hatten, gibt es heute auch über den Biomarkt-Verbund für andere Biomarkt-Inhaber. Und das ist auch sehr gut so und wird in naher Zukunft auch noch weiter ausgebaut, um der konventionellen Konkurrenz gewachsen zu sein. Insofern hat uns die Partnerschaft sehr genützt und zu unserem Erfolg beigetragen.

Kommentare

Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.

Weiterlesen mit BioHandel+

Melden Sie sich jetzt an und lesen Sie die ersten 30 Tage kostenfrei!

  • Ihre Vorteile: exklusive Berichte, aktuelles Marktwissen, gebündeltes Praxiswissen - täglich aktuell!
  • Besonders günstig als Kombi-Abo: ausführlich in PRINT und immer aktuell mit ONLINE Zugang
  • Inklusive BioHandel e-Paper und Online-Archiv aller Printausgaben beim ONLINE Zugang
Jetzt 30 Tage für 0,00 € testen
Sie sind bereits Abonnent von BioHandel+? Dann können Sie sich hier anmelden.

Auch interessant: