Im Edeka-Center im baden-württembergischen Weil der Stadt ist an diesem Donnerstagmorgen viel los. Kunden aller Altersgruppen kommen durch die beiden Eingänge in den Markt. Eine Horde älterer Schüler kauft Getränke, die jüngeren Panini-Sammelkarten. Gleich hinter der Einlassschranke, mitten in der Obst- und Gemüseabteilung, hat das Demeter-Team seinen Verkostungsstand aufgebaut. Voelkel-Shots, Joghurt von Schrozberger und Demeter-Rahmkäse stehen zum Probieren bereit. Zum zweiten Mal bietet der Bio-Verband deutschlandweit Termine an, die der Bio-Fachhandel wie auch der LEH buchen kann.
Das Edeka-Center ist ein so genannter Regiemarkt, wird also von der Zentrale gesteuert und mit dem Sortiment beliefert. Marktleiter Dimitrios Tsigkos bringt dieses gemeinsam mit seinem Team aus 160 Mitarbeitenden auf der 3.800 Quadratmeter großen Verkaufsfläche bestmöglich zur Geltung.
Bio spielt für Edeka eine nennenswerte Rolle. „Mit Bio-Artikeln erreichte Edeka Südwest 2025 einen Anteil von 10,2 Prozent am Gesamtlagerumsatz (bezogen auf Bio-relevante Warengruppen)“, teilt ein Sprecher von Edeka auf Anfrage des BioHandels mit.
In Weil der Stadt beträgt beispielsweise der Bio-Anteil beim Obst und Gemüse-Sortiment 22 Prozent. Ziel des Marktes sei es, eine breite Sortimentsvielfalt zu bieten, sagt Marktleiter Tsigkos. Bio-Produkte werden hier nicht separat präsentiert, sondern sind dem jeweiligen Sortiment auf der Fläche zugeordnet.
Andreas Mauch ist stellvertretender Marktleiter im Edeka-Center in Weil der Stadt.
Edeka Südwest, zu der das Edeka-Center gehört, war vor 30 Jahren der erste Händler, der Demeter ins Sortiment aufgenommen hat, sagt Tim Fetzer, Demeter-Regionalreferent des Landesverbandes Baden-Württemberg. Ihm liegt am Herzen zu erklären, was Demeter besonders macht, wofür der Verband steht. Zumal immer mehr jüngere Menschen Bio kaufen.
Die Kundschaft soll außerdem erfahren, warum die Preise für Demeter-Produkte höher sind. Man wolle den Wert von Lebensmitteln vermitteln, so Fetzer. Am besten könne man sie über den Geschmack erreichen. Isabel Baumgartner ergänzt: Auch Gesundheit und Tierwohl liege den Kundinnen und Kunden am Herzen – weitere gute Verkaufsargumente für Demeter also.
„Wir wollen dem Endverbraucher Informationen zur besonderen Qualität vermitteln“, sagt auch der stellvertretende Marktleiter Andreas Mauch. Zwei eigens ausgebildete Ernährungsexperten stehen der Kundschaft im Edeka Center für Fragen zur Verfügung. Mauch, der mit guter Laune und großer Freundlichkeit Waren einsortiert und liegengelassene Artikel schnell an ihren Platz bringt, beobachtet: „Den typischen Bio-Kunden gibt es nicht mehr.“ Bio werde von allen Altersgruppen gekauft, sei zum Mainstream geworden und habe sich bei Edeka im Sortiment etabliert.
Eine Gruppe 14-Jähriger kommt vorbei und Isabel Baumgartner lädt sie zu einem Schluck der Voelkel-Ingwershots ein. Ob die Jungs als Neukunden gewonnen werden, ist ungewiss. In jedem Fall sind sie sichtlich beeindruckt von der Schärfe – und das bleibt sicher im Gedächtnis.
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