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Biofach kündigt Gespräche über Neuausrichtung an

Die Biofach hat in diesem Jahr weniger Aussteller und Besucher angezogen. Das Fazit der Veranstalter fällt dennoch positiv aus. Für ihre geplante Neuausrichtung kündigte die Messeleitung ab dem Frühjahr „moderierte Dialogformate“ mit der Branche an. 

An der Biofach 2026 haben vergangene Woche rund 2.200 Ausstellende und knapp 32.000 Besuchende teilgenommen. Jeder zweite Messebesucher reiste aus dem Ausland an. Damit kamen rund 100 Ausstellende und mehr als 3.000 Besucherinnen und Besucher weniger nach Nürnberg als im Jahr zuvor. Neben vielfältigen Branchenthemen beschäftigte die Teilnehmenden auch die geplante Neuausrichtung der Biofach. 

Biofach-Veranstaltungsleiter Dominik Dietz zog nach den vier Messetagen ein positives Fazit: „Die Biofach hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark und energiegeladen die Bio‑Branche ist. Dieser Spirit war in allen Hallen spürbar. Die Bio‑Community hat die Messe erneut als ihre zentrale Plattform genutzt – als Ort, an dem sie miteinander ins Gespräch kommt, Orientierung gewinnt und konkrete Schritte hin zu einer zukunftsfähigen Ernährung definiert.“ Die Biofach stand dieses Jahr unter dem Leitthema „Growing Tomorrow: Young Voices, Bold Visions!“ 

Große Bandbreite an Themen

In unterschiedlichen Veranstaltungsformaten ging es auch in diesem Jahr um alles, was die Bio-Branche bewegt – von der Marktentwicklung und Verbraucherperspektiven über Produktion und Lieferketten bis zu unternehmerischen Strategien, Politik, Wissenschaft und Nachhaltigkeit. In Foren, Panels und Formaten wie dem Sustainable Future Lab wurde diskutiert, wie Bio weiter wachsen kann, welche Hürden der Branche derzeit begegnen und welche Lösungswege sich daraus ableiten lassen. 

Ein Hemmschuh ist unter anderem die Bio-Erzeugung in Deutschland, die mit der steigenden Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln nicht mithalten kann. Die meisten Bio-Anbauverbände verloren zuletzt Mitglieder. Insgesamt bliebe die Anzahl der umstellenden Betriebe hinter dem zurück, was gebraucht würde, sagte die BÖLW-Vorstandsvorsitzende Tina Andres bei der Präsentation der Branchenzahlen. „Das ist eine vertane Chance für Deutschland“, sagte sie.

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Ein viel diskutiertes Thema auf der Biofach war die im Vorfeld angekündigte Öffnung der Biofach auch für Aussteller und Produkte, die nicht Bio sind. In Gesprächen mit Ausstellenden und Besuchenden über die Neuausrichtung war viel Skepsis zu hören. Neben der Unsicherheit, wie die Biofach im kommenden Jahr konkret aussehen wird, befürchteten einige eine Verwässerung von Bio. Wenn künftig nicht mehr alle Hersteller und Produkte 100 Prozent bio sind, dann sei die Biofach auch keine Bio-Messe mehr, wurde in mehreren Gesprächen geäußert.  

Hubert Rottner, der 1990 gemeinsam mit Hagen Sunder und Jürgen Ries die Biofach gegründet und 2001 an die Nürnberg Messe verkauft hatte, registrierte auf der Biofach einen „ziemlichen Gegenwind von allen möglichen Akteuren, die sagen, dann kommen sie gar nicht mehr“. Die Messeleitung sagte im Gespräch mit BioHandel, dass sie vonseiten der Ausstellenden solche Ankündigungen nicht erhalten habe. Stattdessen berichtete die Biofach am Freitag von einer „hervorragenden Rebooking‑Quote und zahlreichen Vergrößerungswünschen für 2027“.

Vor dem Start der diesjährigen Biofach hatte die Messe angekündigt, ab 2027 ihr Profil sowohl im Kongress als auch auf der Ausstellungsfläche um ausgewählte Themenbereiche der nachhaltigen Ernährung zu ergänzen. Dabei werde stets „konsequent vom Bio-Kern aus gedacht“, sagte Biofach-Veranstaltungsleiter Dominik Dietz. Losgehen sollte es mit Fair Trade in Halle 9. Gleichzeitig kündigte die Messe an, im kommenden Jahr keine Naturkosmetik mehr zuzulassen und sich ausschließlich auf den Bereich Lebensmittel zu fokussieren. 

„Die Biofach wird nicht verwässert“ 

Am Montag teilte die Messe im Gespräch mit BioHandel mit, die Biofach halte nach wie vor an ihren Plänen fest, nicht nur die Weltleitmesse für Bio zu bleiben, sondern auch zu einer Plattform für nachhaltige, zukunftsgerichtete Ernährung zu werden. Gleichwohl nehmen die Veranstalter die Reaktionen auf ihr Vorhaben ernst: „Wir haben verstanden: Die Biofach wird nicht verwässert. Die Biofach bleibt Bio“, teilte Dominik Dietz mit. Dennoch müsse man die Messe weiterentwickeln. 

Für das Frühjahr kündigte der Biofach-Direktor „erste moderierte Dialogformate“ gemeinsam mit der Branche an, bei denen es darum gehen soll, „wie wir die Biofach und das Themenfeld nachhaltige Ernährung zukunftsfest aufstellen“. Auch Fair Trade und Naturkosmetik werden dabei Themen sein, teilte die Messe mit. 

Die nächste Biofach findet vom 16. bis 19. Februar 2027 in Nürnberg statt.

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Kommentare

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Ursula Stübner

Die BioFach darf doch nicht mehr BioFach heißen, wenn auch konventionelle Lebensmittel zugelassen sind. Oder?

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