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Beutelsbacher: Staffelstab an die nächste Generation übergeben

Bio-Safthersteller

Zum 90. Jubiläum hat Beutelsbacher zu einer großen Party eingeladen. Thomas und Matthias Maier nutzten die Gelegenheit, um die Geschäftsleitung nun offiziell in die Hände ihrer Söhne zu übergeben.

Schon kurz nach Beginn der Jubiläumsfeier bildeten sich lange Schlangen vor der Werkshalle von Beutelsbacher. Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen, Jugendliche – alle wollten an einer Führung durch die Produktion des Saftherstellers im baden-württembergischen Weinstadt teilnehmen.
Nicht die einzige Attraktion, die auf die Besucher wartete.

Zum 90-jährigen Firmenjubiläum hatte sich Beutelsbacher einiges einfallen lassen. Vor den Rampen, an denen sonst LKW vorfahren, luden verschiedene Stände zum Informieren und Spielen ein. Es konnten beispielsweise Nistkästen gebaut, Äpfel gepresst oder Kerzen aus Bienenwachs hergestellt werden, daneben sorgten ein Clown und eine international renommierte Breakdance-Gruppe für Unterhaltung.

„Wir werden gerade überrannt“, so Marius Maier lachend, der gemeinsam mit seinem Cousin Bruno ab jetzt die Geschäftsleitung des Traditionsbetriebes innehat. Die vergangenen Jahrzehnte wurde Beutelsbacher von seinem Vater Thomas und dessen Bruder Matthias Maier geleitet.

Söhne haben eins zu eins die Aufgaben ihrer Väter übernommen

Vor zweieinhalb Jahren kamen dann deren Söhne Marius und Bruno in die Firma. Dort teilten sie sich ein Büro und lernten die verschiedenen Abteilungen des Saftherstellers kennen. „Interessanterweise haben wir dann eins zu eins die Aufgaben unserer Väter übernommen“, so Marius Maier. Er selbst übernahm die Prozesse außerhalb der eigentlichen Produktion, also Personal, Marketing und Vertrieb, während sein Cousin die Herstellung, den Einkauf, das Qualitätsmanagement und die Entwicklung unter seine Fittiche nahm.

Während Marius und Bruno immer mehr ins operative Geschäft einstiegen, berieten ihre Väter sie mehr und mehr im Hintergrund, und in diesem Jahr zogen die Jungen schließlich in die Büros ihrer Väter um. Ein Familienunternehmen mit Tradition fortzuführen und weiter zu modernisieren, sehen sie als „spannende Herausforderung“. Denn Stillstand und nur das Bewährte erhalten, ist für sie keine Option.

So will Marius Maier das Marketing intensivieren, mit der Marke Beutelsbacher mehr nach draußen gehen und „zeigen, was wir können“, betont er. Außerdem warten jede Menge neue Ideen auf ihre Umsetzung. Wie etwa der neue Vitamin D-Saft – der erste in Bio-Qualität überhaupt, für dessen Vitamin D-Gehalt Bio-Champignons verwendet werden. Oder weitere alkoholfreie Cocktails, Seccos und funktionale Getränke.

Das Herz schlägt weiter für den Fachhandel

Dass der Fortschritt auch bisher nicht vernachlässigt wurde, zeigt ein Rundgang durch die moderne Produktionshalle und das vollautomatisierte Hochregallager. Und die wirtschaftliche Entwicklung spricht für sich: „Wir entwickeln uns gegen den Trend“, so Marius Maier mit Blick auf die stagnierenden Umsatzzahlen des Fachhandels.

Dem will auch die neue Beutelsbacher-Generation treu bleiben, denn hier schlage nach wie vor ihr Herz. Für viele Menschen zählten Beratung und Vertrauen, so Thomas Maier, und für beides stehe der Fachhandel. Auch die jüngste Entscheidung der EU zur Gentechnik-Kennzeichnung sieht er als Chance für die Bio-Läden, denn nur hier könne die Kundschaft sicher sein, gentechnikfreie Produkte zu bekommen. Sein Sohn Marius ergänzt: „Wir haben 120 Sorten im Angebot, manche Fachhändler bieten 80 davon in ihrem Laden an. Das könnte ein konventioneller Supermarkt gar nicht.“

Auch wenn sie nun ihre Plätze im operativen Geschäft geräumt haben, bleiben Thomas und Matthias Maier dem Familienunternehmen auch in ihrem Ruhestand über die Holding verbunden: In der Bio Getränkeallianz stehen sie ihren Söhnen nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. Dennoch: „Wenn man ein ganzes Leben lang gearbeitet hat, freut man sich auch mal auf andere Dinge“, so Thomas Maier. Er möchte sich ab jetzt mehr der Kultur und dem Reisen widmen und sagt: „Wenn man Zeit hat, kommen die Ideen von ganz alleine.“

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