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Bündnis fordert faire Erzeugerpreise

Landwirtschaft

Fairtrade Deutschland und 13 Mitinitiatoren fordern bessere Bedingungen für landwirtschaftliche Betriebe. Sie setzen sich für kostendeckende Erzeugerpreise und entsprechende Regeln auf EU-Ebene ein.

Fairtrade Deutschland fordert gemeinsam mit 13 Organisationen aus Landwirtschaft, Bio-Branche, fairem Handel, Umwelt- und Entwicklungspolitik bessere Erzeugerpreise. Zu den Mitinitiatoren des Appells „Landwirtschaft braucht Fairness“ gehören Naturland, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und die Deutsche Umwelthilfe.

Organisationen fordern strengere UTP-Regeln

Die Organisationen fordern laut Mitteilung, den Einkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse unterhalb der Produktionskosten auf EU-Ebene zu verbieten. Die Regelung soll nach ihrem Willen in die sogenannte UTP-Richtlinie aufgenommen werden. UTP steht für „Unfair Trading Practices“, also unlautere Handelspraktiken. Nach Angaben der EU-Kommission soll die Richtlinie die Position von Landwirten sowie kleinen Unternehmen in der Lebensmittelversorgungskette stärken. Sie regelt 16 unlautere Handelspraktiken. Zehn davon sind grundsätzlich verboten, sechs weitere sind nur zulässig, wenn Lieferant und Käufer sie zuvor klar vereinbart haben. Ein generelles Verbot des Einkaufs unterhalb der Produktionskosten gehört bislang nicht dazu.

Bio-Ausbau braucht wirtschaftliche Perspektive

Der Ausbau des Ökolandbaus ist politisch gewollt, liegt aber weit hinter den gesetzten Zielen zurück. Die Bundesregierung hatte sich vorgenommen, bis 2030 insgesamt 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch zu bewirtschaften. Nach den bislang verfügbaren Daten waren es 2024 erst 11,5 Prozent.

Fairtrade argumentiert, dass ein weiterer Ausbau nur gelingen könne, wenn sich die ökologische Landwirtschaft für die Betriebe wirtschaftlich rechnet. Gerade die Umstellung auf Ökolandbau sei eine finanzielle Hürde: Betriebe müssten währenddessen bereits nach Bio-Richtlinien wirtschaften, könnten ihre Erzeugnisse in dieser Zeit aber noch nicht regulär als Bio-Ware verkaufen. Auch Mehraufwand und geringere Erträge müssten sich aus Sicht der Organisation in den Erzeugerpreisen widerspiegeln. 

„Der weltweite Ausbau des Ökolandbaus darf nicht daran scheitern, dass sich die Produzentinnen und Produzenten die Umstellung nicht leisten können“, sagt Claudia Brück, Vorständin von Fairtrade Deutschland. Dafür brauche es Marktbedingungen, die kostendeckende Preise ermöglichten.

Den Appell „Landwirtschaft braucht Fairness“ und die Möglichkeit, ihn zu unterzeichnen, finden Sie hier.

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