Studie

Was Kunden am häufigsten unverpackt einkaufen

Wissenschaftler haben 165 Kunden von Unverpackt-Läden in Hamburg und Münster befragt. 48 von ihnen erfassten anschließend drei Wochen lang im Detail ihre Lebensmitteleinkäufe.

03.02.2020 vonLeo Frühschütz

Wissenschaftler haben 165 Kunden von Unverpackt-Läden in Hamburg und Münster befragt. 48 von ihnen erfassten anschließend drei Wochen lang im Detail ihre Lebensmitteleinkäufe.

Molkereiprodukte, Gemüse sowie Süßwaren und Snacks sind die wichtigsten Warengruppen, die Kunden in Unverpackt-Läden einkaufen. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).

Die Wissenschaftler hatten 165 Kunden von zwei Unverpackt-Läden in Hamburg und Münster befragt. 48 von ihnen erfassten anschließend drei Wochen lang im Detail ihre Lebensmitteleinkäufe. Dabei ergab sich, dass neben den Unverpackt-Läden Vollsortimenter und Biomärkte die wichtigsten Einkaufsorte waren. Dort kauften die Kunden den überwiegenden Anteil an Milchprodukten, Obst, Gemüse, Käse und Wurst sowie Getränke ein. „Nach Einschätzung des Forscherteams hängt das sicherlich auch damit zusammen, dass das Angebot an Frischwaren in den meisten Unverpackt-Läden eher kleiner ist“, heißt es auf oekolandbau.de, wo die Studie vorgestellt wurde. In den Unverpackt-Läden hingegen griffen die Kunden eher „zu Lebensmitteln, die sie nur selten oder in kleinen Mengen benötigen: zum Beispiel Reis, Flocken, Nüsse und Trockenfrüchte.“

Behältermanagement als Hürde

Als Einkaufsmotiv steht bei den Unverpackt-Kunden die Vermeidung von Verpackungsabfällen ganz oben. Befragt nach den Hürden beim unverpackten Einkauf gaben die Befragten das Behältermanagement an, also das Mitführen verschließbarer Gläser, Flaschen oder Stoffbeutel. „Die Kunden berichten uns, dass ihnen nach einer kurzen Gewöhnungszeit der Einkauf im Unverpackt-Laden und insbesondere die Nutzung der Spender Spaß macht und leicht von der Hand geht“, zitierte oekolandbau.de Projektleiter Professor Jens Pape von der HNEE.

Die Hochschule bearbeitet – gefördert vom Bundesprogramm Ökolandbau – ein umfangreiches Forschungsprojekt mit dem Titel: "Der verpackungsfreie Supermarkt: Stand und Perspektiven. Über die Chancen und Grenzen des Precycling im Lebensmitteleinzelhandel." Es soll die bestehenden Läden vernetzen und herausfinden, wie sich die Herausforderungen, die das unverpackte Einkaufen innerhalb der Wertschöpfungskette mit sich bringt, am besten lösen lassen. Eines der Themen, die HNEE-Studenten in ihrer Abschlussarbeit erforschen könnten, wäre die Kundenakzeptanz des unverpackt-Konzeptes im Biosupermarkt – am Beispiel des Projektpartners Bio Company.

Schlagwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Ähnliche Beiträge