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Rettich & Radieschen

Sie liefern Gesprächsstoff für den Verkauf. Denn wenige Kunden wissen, dass bei Rettich und Radieschen auch die grünen Blätter genießbar sind – und dass die weniger Schönen oft mit einem Extra an Aroma und Schärfe punkten.
13.04.2018 vonGudrun Ambros
Sie liefern Gesprächsstoff für den Verkauf. Denn wenige Kunden wissen, dass bei Rettich und Radieschen auch die grünen Blätter genießbar sind – und dass die weniger Schönen oft mit einem Extra an Aroma und Schärfe punkten.

Sommerrettich ist außen weiß, rosa, rot oder violett und vorwiegend oval, zylindrisch oder zapfenartig geformt. Sein weißes Fruchtfleisch schmeckt aromatisch-scharf.

Winterrettich, auch Schwarzer Rettich, kann rund oder länglich geformt sein. Schwarze oder dunkelbraune verkorkte Schale umschließt festes weißes Fleisch, das deutlich stärker im Gaumen brennt als die Sommersorten.

Daikon- oder Japan-Rettich wird bis zu 40 Zentimeter lang, ist außen und innen weiß, saftig und im Aroma nussig-mild. Er stammt aus der asiatischen Küche, erobert aber seit längerem auch die deutschen Teller.

Radieschen erscheinen klassisch
mit roter Schale und kugelrund – es gibt aber auch violette, gelbe, rotweiße, weiße und längliche Sorten. Meist präsentieren sie sich ultrasanft, aber im Sommer können sie auch richtig Biss haben.

Eiszapfen sehen aus wie kleine Rettiche, sind aber in Wirklichkeit meist weiße, selten auch rote, langgezogene Radieschen, sehr zart und im Aroma ultramild.

5 Tipps zu Lagerung und Verkauf

  • Rettich und Radieschen sind ganzjährig im Handel – die Lücke im Frühjahr schließen Importe aus Italien, bei Radieschen auch aus Frankreich. Japan-Rettich und Eiszapfen sind nicht immer lieferbar und werden auch seltener nachgefragt, der Schwarze hat Saison im Winter und gilt eher als (Husten)Medikament.
  • Schwefelhaltige Senföle, die auf der Zunge brennen, wirken schleimlösend, antibakteriell, regen Appetit und Verdauung an. Am besten kommen sie zur Geltung, wenn Rettich roh verspeist wird. Salz und Hitze nimmt dem kalorienarmen Wurzelgemüse die Schärfe. Freilandware entwickelt mehr Aroma und Schärfe.
  • Das zeichnet einen guten Rettich aus: glatte Schale ohne Risse, festes Fleisch ohne Hohlraum, grünes Kraut. Bei Temperaturen um Null Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit über 97 Prozent halten sich Winterrettiche bis zu drei Monate, alle anderen Sorten, insbesondere Radieschen sind kein Lagergemüse, überdauern maximal 14 Tage.
  • Rettich und Radieschen gehören zu dem Gemüse, das eher mal mit Pestizid-Rückständen oberhalb des festgelegten Höchstgehalts getestet wird. Darüber hinaus neigen sie dazu Nitrat anzusammeln. Das spricht erstens für Rettich und Radieschen aus ökologischem Anbau und zweitens dafür, Freilandware zu bevorzugen.
  • Rettich wird hierzulande vor allem roh gegessen. Gebraten oder knapp gedünstet schmeckt er aber auch – die asiatische Küche liefert passende Rezepte. Frische Radieschenblätter sind ebenfalls genießbar: roh im Pesto oder als Salatzutat, gedünstet wie Spinat oder in einer Suppe – im Herd entstehen knusprige Chips.

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