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Corona

Ökoring hilft bei Kinderbetreuung

Ob Schulen oder Kindergärten – in allen Bundesländern haben Betreuungseinrichtungen für Kinder wegen des Coronavirus geschlossen. Für Arbeitnehmer in sogenannten systemrelevanten Berufen, zu denen auch etliche in der Lebensmittelbranche gehören, gibt es zwar offiziell Notbetreuungen – die Ökoring Handels GmbH bietet ihren Mitarbeitern trotzdem eine eigene an.

30.03.2020 vonKatrin Muhl

Ob Schulen oder Kindergärten – in allen Bundesländern haben Betreuungseinrichtungen für Kinder wegen des Coronavirus geschlossen. Für Arbeitnehmer in sogenannten systemrelevanten Berufen, zu denen auch etliche in der Lebensmittelbranche gehören, gibt es zwar offiziell Notbetreuungen – die Ökoring Handels GmbH bietet ihren Mitarbeitern trotzdem eine eigene an.

Die Idee, die Betreuung von Kindern im Notfall selbst zu organisieren, war in der Belegschaft des Ökorings bereits da, als Schulkinder noch ganz selbstverständlich in ihren Klassen saßen und Kindergartenkinder gemeinsam im Sandkasten spielten. „Uns war früh bewusst, was da auf uns zukommt. Wir sind hier nicht weit weg von Südtirol“, sagt Geschäftsführer Thomas Börkey-Biermann am Telefon. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Mammendorf im oberbayerischen Landkreis Fürstenfeldbruck. Zwei Mitarbeiter hatten vor Wochen ein Konzept erarbeitet, dem Börkey-Biermann und sein Kollege in der Geschäftsführung, Christoph Weigl, nur noch zustimmen brauchten – und vorbehaltlos taten. „Solidarität leben, Egoismus besiegen“, formuliert Börkey-Biermann als Motto für den Ökoring in solch schwierigen Zeiten. Deshalb sei es für ihn auch selbstverständlich, dass sein Unternehmen die Kosten für die Betreuung – täglich 8 bis 17 Uhr und mit Verpflegung – trägt.

In Anspruch genommen wird das Angebot von Alleinerziehenden und von Eltern, die beide nicht zuhause bleiben können, weil sie in der aktuellen Situation dringend am Arbeitsplatz gebraucht werden. Deren Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren sind in einem Privathaushalt untergebracht. „Erwachsene Kinder von Ökoring-Mitarbeitern“ geben dort auf sie Acht, berichtet Börkey-Biermann, „Ökoring-Mitarbeiter stehen schon immer zusammen als Großfamilie“. Die Gruppe zählt in der Regel um die fünf Kinder, um die sich zwei Kräfte kümmern. Mindestens eine von ihnen soll einen sozialwissenschaftlichen Hintergrund haben, darauf werde geachtet, so Börkey-Biermann. Das Angebot will der Ökoring so lange aufrechterhalten, wie es notwendig ist.

„Wir wünschen uns, dass viele Unternehmen diese solidarische, gemeinsame Herausforderung umsetzen und dementsprechend jetzt und in Zukunft leben“, appelliert Börkey-Biermann. Als Rat gibt er mit auf den Weg, flexibel zu sein und sich den strengen Regeln rund um Corona anzupassen.

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