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Kosmetikmarkt: Naturkosmetik bleibt Umsatzbringer

Die Ausgaben für Schönheitspflege und Haushaltspflegemittel in Deutschland blieben 2017 stabil. Nach Angaben des Industrieverbandes Körperpflege‐ und Waschmittel (IKW), in dem über 90 Prozent der Hersteller organisiert sind, verzeichnete die Branche mit 18,2 Milliarden Euro ein leichtes Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Drogeriemärkte weiten ihren Marktanteil aus, die Digitalisierung nimmt auch im Kosmetikmarkt stark zu und Naturkosmetik wird weiterhin die Rolle des Markttreibers zugeschrieben. Marktzahlen und die wichtigsten Trends in unserem Artikel.
05.12.2017
Die Ausgaben für Schönheitspflege und Haushaltspflegemittel in Deutschland blieben 2017 stabil. Nach Angaben des Industrieverbandes Körperpflege‐ und Waschmittel (IKW), in dem über 90 Prozent der Hersteller organisiert sind, verzeichnete die Branche mit 18,2 Milliarden Euro ein leichtes Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Drogeriemärkte weiten ihren Marktanteil aus, die Digitalisierung nimmt auch im Kosmetikmarkt stark zu und Naturkosmetik wird weiterhin die Rolle des Markttreibers zugeschrieben. Marktzahlen und die wichtigsten Trends in unserem Artikel.

Der IKW gab die aktuellen Marktzahlen zum Kosmetik- und Haushaltspflegemarkt bekannt. Grafik © IKW

Die Ausgaben für Schönheitspflege und Haushaltspflegemittel in Deutschland blieben 2017 stabil. Nach Angaben des Industrieverbandes Körperpflege‐ und Waschmittel (IKW), in dem über 90 Prozent der Hersteller organisiert sind, verzeichnete die Branche mit 18,2 Milliarden Euro ein Plus von 50 Millionen Euro (0,3 %) im Vergleich zum Vorjahr. Die Drogeriemärkte weiten ihren Marktanteil aus, die Digitalisierung nimmt auch im Kosmetikmarkt stark zu und Naturkosmetik wird weiterhin die Rolle des Markttreibers zugeschrieben.

IKW-Geschäftsführer Thomas Keiser führte durch die Zahlen im Detail. Foto © Karin Heinze

Deutsche Verbraucher gaben 2017 laut Zahlen des IKW 13,6 Milliarden Euro – ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zu 2016 - [nbsp]für Kosmetik und Körperpflege aus. Haut‐ und Gesichtspflege konnte am kräftigsten zulegen und sich über einen Zuwachs um gut drei Prozent auf 3,1 Milliarden Euro freuen. In den sich positiv entwickelnden Einzelkategorien liegt Mund‐ und Zahnpflege mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro sowie Bade‐ und Duschzusätze mit plus 2,5 Prozent auf 900 Millionen Euro auf den Folgeplätzen. Mit einem schlechtes Ergebnis warteten Pre‐ und Aftershaves auf: sie verzeichneten einen Rückgang um 5,3 Prozent. Das sei scheinbar dem Trend zum Bart zuzuschreiben, hieß es.

IRI Information Resources beleuchtete die Vertriebskanäle.Grafik © IRI

Drogeriemarkt legt 2,5 Prozent zu

Laut IRI Information Resources Marktforschung konnten sich die Drogeriemärkte als wichtigste Einkaufsstätte im vergangenen Jahr nicht nur behaupten, sondern ihre Topposition bei den Marktanteilen auch noch um 2,5 Prozentpunkte auf 47,6 Prozent ausbauen. Um erstaunliche 5,8 Prozent legten die Apotheken im Vergleich zum Vorjahr zu und auch die Discounter Aldi, Lidl und Norma gehörten mit 4,8 Prozent Plus zu den Gewinnern. Alle anderen Vertriebskanäle verloren zwischen 0,9 Prozent (Markendiscounter) und 5,9 Prozent (Kauf- und Warenhäuser (KWH). Der IRI Info Scan betrachtet die Kanäle LEH [gt]200qm, Drogeriemärkte, Discounter, Parfümerien und KWH. Daten zum Naturkostfachhandel werden auf der Vivaness präsentiert,

Naturkosmetik wächst in allen Kategorien. Grafik © IRI

Naturkosmetik bleibt wesentlicher Wachstumstreiber im Beautysegment

„Jeder dritte Euro wird bereits für natürliche Schönheitspflege ausgegeben“, so IRI-Experte Knoke. Naturkosmetik (9,7%) und naturnahe Kosmetik machen zusammen einen Marktanteil von 16,1 Prozent aus. Nach Zahlen von IRI wurden, im Vergleich zum Vorjahr, in den betrachteten Verkaufskanälen 16,8 Millionen ( 6%) mehr für Naturkosmetik und 5,8 Millionen (3,1%) für naturnahe Kosmetik ausgegeben, 33,3 Millionen für konventionelle Produkte. In allen Kategorien – von Gesichtspflege über Hand- und Nagelpflege bis Körperpflege stehen bei den Umsätzen positive Vorzeichen.

Gesamtmarkt: Zwei Milliarden mehr Umsatz seit 2007

Generell bewertet der IKW die Gesamtentwicklung des Marktes als positiv. In einer Mitgliederbefragung beurteilten 68 Prozent der Unternehmen, die künftige Marktentwicklung als gut bzw. sehr gut, 63 Prozent planen Investitionen oder haben diese 2017 bereits durchgeführt. In den vergangenen zehn Jahren legte der größte europäische Einzelmarkt für Schönheits- und Haushaltspflege um zwei Milliarden (12 %) auf 18,2 Milliarden Euro zu und hat innerhalb Europas (Gesamtumsatz 137,5 Mrd.€) einen Marktanteil von 15 Prozent. Für das Jahr 2018 geht der IKW von einem Wachstum um zwei Prozent auf 18,6 Milliarden Euro aus. Zu den größten Herausforderungen zählte IKW-Geschäftsführer Thomas Keiser die Erfüllung der Endverbrauchererwartungen und den Margenerhalt im Kontext des Wettbewerbs zwischen Drogeriemärkten, E-Commerce, Discounter und Supermärkten.

E-Commerce auf dem Vormarsch.Grafik[nbsp]© IRI

Digitalisierung eröffnet auch Potenziale

So groß die Herausforderungen der Digitalisierung auch sind, im Marketing eröffne sie völlig neue Vermarktungs- und Kommunikationsmöglichkeiten, so Held. Soziale Medien verbesserten die Kontaktaufnahme zu den Konsumenten. Blogger, YouTuber und andere Influencer hätten insbesondere für junge Kunden eine große Bedeutung. „Die sozialen Medien sind der wichtigste Kommunikationskanal und die erste Informationsquelle für junge Konsumenten“, hob Held hervor.

Zum E-Commerce steuerte IRI Information Resources Details bei: Laut IRI European Shopper Studie 2017 haben 22 Prozent der deutschen Konsumenten in den vergangenen zwölf Monaten Schönheitsprodukte online gekauft. Sie liegen damit im europäischen Vergleich mit Großbritannien und Griechenland an der Spitze. Aus dem IRI E-Commerce Panel geht hervor, dass der Online-Handel mit Schönheits- und Haushaltpflegemitteln zweistellig wächst. „Im E-Commerce gibt es die „Gummiregale“ , die dem stationären Handel fehlen“, kommentierte IRI-Geschäftsführer Christoph Knoke und empfahl den traditionellen Marken stärken in Nischenthemen zu investieren, um am Wachstum zu partizipieren. „Auch wenn der Online-Handel noch ein zartes Pflänzchen ist, wird er doch nicht mehr eingehen, sondern stetig wachsen.“ Der Experte prognostizierte ein dynamisches Wachstum und einen Marktanteil von 7 – 10 Prozent bis 2020 (ausgehend von derzeit 1 – 1,5%).

Die neue Macht des Putzens zeigt noch keine positiven Ergebnisse

Das Sortiment Wasch-Putz- und Reinigungsmittel (WPR) musste 2017 einen Rückgang von 0,3 Prozent hinnehmen, auch wenn laut IKW-Vorsitzendem Georg Held dem Putzen heute eine ganz neue Bedeutung zukommt. Eine Studie des IKW „Die neue Macht des Putzens“ zeigt, dass Putzen dazu betragen kann „Ordnung ins eigene Seelenleben zu bringen“ (Link zur IKW Studie).

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