Kolumne

Christoph Spahn: "Unverpacktläden sind die neuen Bioläden"

Unser Kolumnist Christoph Spahn meint: Die Bio-Branche sollte gemeinsam nach Lösungen gegen Einweg-Verpackungen suchen.

04.02.2020 vonChristoph Spahn

Unser Kolumnist Christoph Spahn meint: Die Bio-Branche sollte gemeinsam nach Lösungen gegen Einweg-Verpackungen suchen.

Die Betreiber von Unverpacktläden handeln aus Überzeugung: Sie wollen dazu beitragen, dass die Welt ein bisschen besser wird. Und gehen – wie die Bio-Branche am Anfang auch – mit einer erfrischenden Portion Naivität und Mut vor. Getragen von der Überzeugung, dass wir ohne Veränderungen unserer Lebensstile kein enkeltaugliches Leben führen können. Wer nun dagegenhält, das bisschen Angebot sei ja nicht ernstzunehmen, der verkennt, um was es den Unverpacktläden wirklich geht: um eine komplett verpackungsfreie Wertschöpfungskette.

Und dabei machen diese Läden reihenweise die Erfahrung, dass kaum ein Bio-Hersteller und -Großhändler in der Lage (und Willens) ist, sich mit ihnen auf den Weg zu machen für eine konsequente Reduktion von Einweg-Verpackungen. Eine oft anzutreffende Haltung in der Bio-Branche ist: Wir können das den Kunden nicht zumuten und wir wollen unsere Effizienz nicht aufs Spiel setzen. Dabei ist das häufig favorisierte Bio-Plastik in meinen Augen tendenziell eine Sackgasse.

Ich bin überzeugt, „plastikfrei“ und „unverpackt“ ist den allermeisten Bio-Käufern ein Herzensanliegen. Und wenn sich die Bio-Akteure auf den Weg machen, gibt es einen schönen Nebeneffekt dabei: Das geht nur, wenn alle Beteiligten (wieder mehr) miteinander kooperieren und gemeinsam schrittweise voranschreiten. Um die vielen Hürden zu meistern. Übrigens ist auch die Kommunikation der Unverpacktläden ein lohnenswertes Betrachtungsfeld. Unverpackter Einkauf wird eben nicht als „Zumutung“ oder als „Verzicht“ kommuniziert, sondern als bereicherndes Erlebnis.

Christoph Spahn

Beratung und Prozesssteuerung in Köln

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