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BÖLN-Studie

Direktvermarktung hat Zukunft

Trotz der engen Zusammenarbeit von Anbauverbänden mit dem LEH und Discountern bleibt die Direktvermarktung nicht auf der Strecke. Jedenfalls wollen 70 Prozent der für eine BÖLN-Studie befragten Bio-Höfe diese Vermarktungsform ausbauen. Insgesamt wurden 200 ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe mit Direktvermarktung befragt.

01.04.2020 vonRedaktion

Trotz der engen Zusammenarbeit von Anbauverbänden mit dem LEH und Discountern bleibt die Direktvermarktung nicht auf der Strecke. Jedenfalls wollen 70 Prozent der für eine BÖLN-Studie befragten Bio-Höfe diese Vermarktungsform ausbauen. Insgesamt wurden 200 ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe mit Direktvermarktung befragt.

Auch von den 40 befragten Experten gehen über zwei Drittel davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren in ihrer Region mehr Betriebe (bio und konventionelle) auf Direktvermarktung über Hofläden, Verkaufsautomaten, Marktschwärmereien oder selbst organisierten Food-Coops setzen werden. Demzufolge ist sichergestellt, dass regionale Produkte weiterhin auch außerhalb des traditionellen Einzelhandels angeboten werden. Der LEH bemüht sich zurzeit, lokale Erzeuger für sich zu gewinnen, um Kundenwünsche zum Trendthema Regionalität bedienen zu können.

Preise sind nicht zu hoch

Die Experten empfehlen den Erzeugern sogar, die realen Produktionskosten konsequent in den Verkaufspreis einzurechnen und ehrliche Preise bei der Direktvermarktung zu verlangen: „Die Kunden von heute schätzen besonders ein nachhaltiges Engagement der Erzeuger. Dafür sind die meisten bereit, mehr zu bezahlen.“ Für die Studie des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) wurden auch 670 Kunden befragt: Weniger als ein Prozent finden die Preise bei der Direktvermarktung zu hoch.

Direktvermarktung aus betriebswirtschaftlichen Gründen

Nach Ergebnissen der Studie scheinen betriebswirtschaftliche Gründe die größte Motivation für die Aufnahme von Direktvermarktungsaktivitäten zu sein: „Das Erzielen höherer Verkaufserlöse für die eigenen Erzeugnisse, die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage des Betriebes und der Aufbau eines weiteren Einkommensstandbeines wurden höher bewertet als etwa der Wunsch nach direktem Kundenkontakt oder nach Unabhängigkeit von Abnehmern“.

Möglichkeiten für Kooperationen nutzen

Die BÖLN-Studie gibt auch Tipps für erfolgreiche Direktvermarktung. So raten die Vermarktungsexperten den Betrieben, mit anderen nahe gelegenen Erzeugerbetrieben oder dem Lebensmittelhandwerk zu kooperieren und bestimmte Dienstleistungen wie etwa das Schlachten, Käsen oder Obstpressen auszulagern. Zudem empfehlen sie Kooperationen jenseits des Agrar- und Ernährungssektors, etwa mit externen Dienstleistern, Tourismusanbietern, Bildungsträgern, Pflegeeinrichtungen oder der Gemeindeverwaltung, die beispielsweise einen Dorfladen betreibt.

Infos und Link zur Studie

Das Beratungs- und Forschungsunternehmen Ecozept hat zusammen mit dem Projektbüro mareg (markt & regio) die Studie „Neue und innovative Formen der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte – Analyse und Erarbeitung von Handlungsempfehlungen" durchgeführt. Finanziert wurden die Arbeiten aus dem BÖLN. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat die Studie für das BMEL als Projektträger begleitet.

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