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Besondere Kräutersalze für das Feinkostprofil

Kräutersalz und Bioläden sind langjährige Weggefährten. Richtig in Szene gesetzt, können besondere Produkte das Feinkost-Profil des Ladens stärken.
07.02.2020 vonBrigitte Sager-Krauss

Zwei in einem: Kräutersalz spart den zusätzlichen Griff ins Gewürzregal

Kräutersalz und Bioläden sind langjährige Weggefährten. Richtig in Szene gesetzt, können besondere Produkte das Feinkost-Profil des Ladens stärken.

Das Kräutersalz-Sortiment ist eine Stärke der Bio-Fachgeschäfte: 79 Artikel von insgesamt 18 verschiedenen Marken zählt der Branchenanalyst bioVista. Dennoch ist der Umsatz mit der grünen Würze eher niedrig. „Mit Salz insgesamt werden nach unseren Daten pro Jahr und Laden um die 3.800 Euro Umsatz erzielt. Kräutersalz hat daran einen Anteil von etwa 21 Prozent“, meldet Vertriebsleiter Fabian Ganz.

Für das Geschäftsjahr 2018 verzeichnete bioVista einen Umsatzrückgang von 5,1 Prozent für Kräutersalz gegenüber dem Vorjahr, da 2017 Produktneuheiten einen Schub gaben, die im Folgejahr ausblieben. Hersteller wie Rapunzel, Heuschrecke und Lebensbaum melden aktuell zufriedenstellende Nachfrage für ihre etablierten Mischungen.

Klassiker sind der Renner

„Tatsächlich sind vor allem klassische Salzartikel der Renner“, so Fabian Ganz. Der Verkauf läuft ohne großen Aufwand und Beratung. Ein unschlagbares Argument für Kräutersalz nennt Ruth Schiffner von A.Vogel/Herbamare: „Die Mixtur von Salz mit würzenden Kräutern spart in vielen Fällen den zusätzlichen Griff in das Gewürzregal.“ Praktische Convenience also, die auch beim Präsentieren des Sortiments im Laden hervorgehoben werden kann. „Zusätzlich dürfte für manchen auch die Salzersparnis eine Rolle spielen, die Kräutervariante zu wählen“, so Schiffner.

Salze werden sehr sparsam verwendet. „Zahlreiche Hersteller wollen deshalb Neuheiten etablieren. Leider bisher mit meist mäßigem Erfolg“, beobachtet Fabian Ganz. Erstaunlich, denn gerade die Neuen im Sortiment haben zusätzliches Potenzial. Neben dem Aspekt Convenience sprechen sie die Kunden in Inhalt und Optik als Gourmet-Salze an. Interessante Zutaten mit geschmacklichem Plus wie spezielle Kräuter sowie Blüten heben die Qualität des Salzes.

Mischungen mit besonderen Namen wie „Meister Lampe“ oder „Keltensalz“ treten saisonal oder themengebunden in den Vordergrund. Hochwertige Verpackungen und Formate, zum Beispiel Glas, Mühle oder Mini-Größen sorgen für Attraktivität. Zum Beispiel die Mini-Mühlen mit Kräuter-Brotzeitsalzen von Herbaria. „Die praktischen Würzen sind ganz leicht überall dabei, um den Salat oder die Brotzeit zu bereichern“, so Herbaria.

Mit diesen Kräutersalzen lohnt eine Zweitplatzierung

Mit diesen besonderen Kräutersalzen lohnt eine Zweitplatzierung oder auch eine stille Verkostung: „So ist beispielsweise Blütensalz ein schöner Hingucker“, meint Katja Egli aus dem Marketing von Rapunzel. Thore Quednau aus dem Vertrieb von Lebensbaum empfiehlt: „Ein gute Zweitplatzierung für besondere Kräutersalze ist in der Nähe des Gemüses, zum Beispiel bei den Tomaten, Gurken oder frischen Kräutern wie Basilikum“. Grundsätzlich empfehlen alle Anbieter, die Produkte im Block zu platzieren. „Je nach Platzkapazität kann das Kräutersalz zusätzlich gut in der Nähe von Brühen, Bouillons und Gewürzen stehen“, so Thore Quednau.

„Die Nachfrage nach Meersalz nimmt aufgrund der möglichen Verunreinigung durch Plastikpartikel ab – viele Kunden fragen speziell nach Steinsalz“, berichtet Friederike Osterhaus vom Bioladen Lebensgarten in Soest. Deshalb macht es Sinn, neben Informationen zur Belastung von Meersalz bewusst auch Alternativen wie Kräuter-Stein- oder -Pfannensalz, sowie jodierte Varianten im Programm zu führen, die sich auch geschmacklich abheben.

Ideen zum Verkosten von Kräutersalzen

Generell lohnt eine Verkostung, um auf die Vielfalt aufmerksam zu machen. „Dafür allerdings nicht mehr als zwei Varianten gleichzeitig anbieten“, meint Ursula Stübner von Heuschrecke: „Am einfachsten und sehr überzeugend ist das Aufstreuen auf Butterbrot“.

Ruth Schiffner favorisiert kleine Mini-Tomaten mit Salz zum Selberaufstreuen. Marie-Theres Chaloupek von Sonnentor empfiehlt Quark-Brötchen als Grundlage. Ihr Zusatztipp: Neben der Verkostung das Salz auch in ein transparentes, offenes Glas füllen. „Die tolle Farbe und der Geruch begeistern die Sinne – das macht neugierig zu probieren!“

Tipps von der Kollegin

Friederike Osterhaus, Biomarkt Lebensgarten in Soest (500 Quadratmeter)
  • Unser Kräutersalz-Angebot ist – wie unser gesamtes Salzrepertoire – recht umfangreich und reicht von „einfachen“ Varianten über Frischkräuter- bis zu Lichtwurzelsalz.
  • Wenn wir in einer Nachfüllvariante anbieten können, tun wir das auch.
  • Besondere Blütensalze sind saisonal sehr beliebt. Das Meister Lampe Blütensalz zum Beispiel zu Ostern. Aber auch die kleinen Brotzeitmühlen passen gut in Zeiten, in denen wieder Lust auf mehr Aktivität an der frischen Luft spürbar ist.
  • Das Verkosten der Kräutersalz-Vielfalt läuft am besten und einfachsten auf schlichtem Butterbrot.

Anbieter und ihre Produkte

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